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Neusäß: Alte Augsburgmünzen sind beliebt

Neusäß

Alte Augsburgmünzen sind beliebt

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    Herbert Weber aus Friedberg sieht sich bei der Münzbörse in der Stadthalle Neusäß am Sonntag genau um. Rechts im Bild ist eine Münzwaage zu sehen.
    Herbert Weber aus Friedberg sieht sich bei der Münzbörse in der Stadthalle Neusäß am Sonntag genau um. Rechts im Bild ist eine Münzwaage zu sehen.

    von Eva Stuhlmüller

    Drachen, Pandabären, Köpfe, Inschriften zieren die Erinnerungsstücke vergangener und bestehender Kulturen in der Neusässer Stadthalle: Münzen über Münzen liegen dort fein sortiert auf den Tischen. Die Sammler des Schwäbischen Münzclubs haben dort für einen Tag ihre Stände aufgebaut und bieten Interessierten eine riesige Auswahl an Münzen verschiedenster Art und Herkunft. Bis in die Antike reicht die Geschichte mancher Münzen zurück, aber auch Euro-Münzen der vergangenen Jahre sind im Sortiment.

    „Bei mir gibt es vor allem Münzen aus dem Römisch-Deutschen Reich bis zu den 1930er-Jahren. Viele Städtetaler sind darunter“, erzählt Peter Schmid, der aus Ulm angereist ist. Seit 30 Jahren stellt er bereits auf der Münzbörse aus, seit etwa 40 Jahren ist er leidenschaftlicher Sammler. Seine Augsburg-Münzen bilden Motive mit der heiligen Afra, viele Zirbelnüsse sowie die Personifikationen von Wertach und Lech ab. Stolz zeigt er den seltenen Geschichtsdoppeltaler, auf dem Ludwig I die Krone an Sohn Maximilian übergibt. „An Münzen gelange ich vor allem über Auktionen und andere Händler“, erklärt Peter Schmid. „Der Internethandel dagegen ist gefährlich, dort sind oft Fälschungen dabei.“

    Der klassische Sammler erscheint so früh wie möglich auf der Börse, damit ja kein anderer die gesuchte Münze vor ihm ergattert. „Um neun Uhr war offiziell die Eröffnung der Börse, doch um halb neun war die Halle bereits voll“, sagt der Vorstand des Schwäbischen Münzvereins, Ernst Stempfle. Zweimal im Jahr findet die Veranstaltung statt: Dann treffen sich Gleichgesinnte wieder zum Ein- und Verkauf, manchmal auch zum Tausch der Münzen. Stempfle: „Für die meisten Käufer wie Verkäufer steht nicht der Materialwert, sondern der Liebhaberwert im Vordergrund: Historisches Interesse verbindet sich da mit Liebe zur Kunst. Der Markt bestimmt den Sammlerwert.“ Auch als Kapitalanlage kann eine gute Münzsammlung gesehen werden: Laut Ernst Stempfle verloren qualitativ hochwertige Münzen in der Vergangenheit nicht an Wert. Der Silberpreis liegt gerade sehr niedrig; auch in solche „Anlagemünzen“ investieren viele Leute.

    Regensburgerin sucht in Neusäß exotische Münzen

    Neben Münzen finden die Besucher auch ein paar andere Raritäten wie Uhren, Medaillen oder Ohrringe aus vergangener Zeit. Die meisten jedoch kommen wegen der Münzen – so auch Dieter Bodenmüller aus Adelsried. Der 67-Jährige geht regelmäßig auf Münzbörsen. „Ich suche nur Münzen aus Deutschland“, sagt er. Bozena Mainka aus Regensburg dagegen interessiert sich mehr für exotische Münzen, zum Beispiel aus China, Tibet oder Japan. „Heute habe ich mir eine Münze aus Ceylon gekauft, mit einem Elefanten“, sagt sie. Nachdem sie als Kind eine Münze gefunden hatte, wies ihr Geschichtslehrer sie darauf hin, dass dies ein toller Fund sei und sie die Münze tauschen könne. Seitdem ist sie Sammlerin.

    Der Schwäbische Münzclub veranstaltet nicht nur die Münzbörse und monatliche Tauschtreffen. Zurzeit hat er sich zur Aufgabe gemacht, den Katalog Augsburger Stadtmünzen mit Bildern zu versehen. Ein Großteil ist bereits geschafft: Interessierte können den Katalog online unter www.schwaebischer-muenzclub.de abrufen.

    Auch ein neugieriger Bummler kann auf der Münzbörse von der Sammelleidenschaft angesteckt werden – denn die schlummert fast in jedem, der schon einmal eine Münze aus dem Urlaub als Souvenir mitgenommen hat.

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