Samstag, 18. November 2017

15. November 2017 00:35 Uhr

Vortrag

Aluminium: Praktisch, aber gefährlich?

Eine Expertin weist auf die Schattenseiten des Leichtmetalls hin, das in jedem Haushalt verwendet wird Von Laura Gastl

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Das Schlemmerfilet aus der Tiefkühltruhe, die H-Milch im Tetrapack oder der Joghurt für zwischendurch: Verpackungen scheinen nicht ohne Aluminium auszukommen – ob es nun die Alu-Schale ist, die Beschichtung auf der Innenseite des Milchkartons oder der Deckel auf dem Joghurtbecher. Auch für den Fahrzeugbau wird das Material verwendet. Warum das Leichtmetall allerdings umstritten ist, klärt Maria Leidemann vom Verbraucherservice Bayern bei einem Vortrag in Herbertshofen: „Aluminium – Leichtgewicht mit schweren Folgen“.

„Aluminium ist für die Umwelt sehr bedenklich“, sagt die Expertin. Zum einen verbraucht die Produktion sehr viel Energie, zum anderen ist der Abbau von Bauxit, aus dem Aluminium hergestellt wird, „sehr schädlich“. Vor allem in tropischen Böden komme der Rohstoff häufig vor, weshalb große Flächen der Regenwälder abgeholzt werden.

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Für die Produktion des Leichtmetalls sei dann Natronlauge nötig, erklärt Maria Leidemann. Als Abfallprodukt bleibt Rotschlamm. Diese ätzende Brühe wird in riesigen Becken gelagert: Der Damm eines solchen Beckens brach 2010 in Ungarn und verursachte eine gewaltige Naturkatastrophe mit mindestens zehn Toten.

Auch die gesundheitlichen Folgen für den Verbraucher sind umstritten: Es wird vermutet, dass das leichte, aber stabile Material Alzheimer verursachen könnte. „Bewiesen ist das aber noch nicht“, merkt die Expertin an. Weil Aluminium das „dritthäufigste Element in der Erdkruste“ ist, werde es von den Menschen ganz natürlich über die Nahrung aufgenommen: Damit sei die wöchentlich empfohlene Menge gedeckt. Allerdings gelange viel mehr des Stoffs über Verpackungsmaterialien oder Deodorant mit Aluminiumsalzen in den Körper – was dann zu Krankheiten führen könnte. Um sicherzugehen, empfiehlt Maria Leidemann, Aluminium im Alltag zu vermeiden, beispielsweise in Form von Alufolie.

Gerade durch Salze oder Säuren lösen sich die Stoffe aus dem Metall: Wenn man Tomatensoße in einer Aluschale lagert oder den verkalkten Espressokocher aus Aluminium mit Zitronensäure oder Essig reinigt. Auch auf Kaffeekapseln oder Teelichter in Alu-Hülse kann verzichtet werden, indem man auf eine andere Kaffeemaschine umsteigt oder Kerzen im Glas kauft. Alu-Getränkeflaschen können durch Alternativen aus Edelstahl ersetzt werden, und Deos sind heute gut ohne Aluminium erhältlich. Maria Leidemann gibt auch einen interessanten Hinweis auf Milchkartons: Während H-Milch, die über einen längeren Zeitraum gelagert wird, eine Alu-Beschichtung auf der Innenseite des Tetrapacks besitzt, ist dies bei Frischmilch nicht der Fall. Diese sei ohnehin nur ein paar Tage haltbar, müsse also nicht luftdicht und für Licht undurchlässig verpackt werden.

Entsorgt werden kann Aluminium über den Gelben Sack. Die Expertin vom Verbraucherservice weist deshalb darauf hin, dass Joghurtdeckel unbedingt vom Becher entfernt werden sollten. Somit wird das Recycling erleichtert. Ist das Material verbaut wie bei einer beschichteten Pfanne, muss es auf den Wertstoffhof. In Augsburg gibt es auch eigene Container für Metalle und Elektrogeräte.

Außerdem: Schlemmerfilet, Joghurt und Milch sind auch ganz ohne Alu möglich – in der Pappschale und im Glas.

„Aluminium – Leichtgewicht mit schweren Folgen“ findet am Donnerstag, 16. November, im Pfarrheim Herbertshofen statt. Ab 19.45 Uhr referiert Maria Leidemann vom Verbraucherservice Bayern über das Thema, organisiert vom Katholischen Frauenbund Herbertshofen/Erlingen.

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Herbertshofen | Ungarn | Augsburg

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