Am Anfang war nur Stille, Dunkelheit, Taschenlampenlicht und Silhouetten. Mit diesen simplen wie effektvollen Mitteln schafften es Giorgio Buraggi, Olaf Dröge und Sandra Pagany vom Eukitea Theater in Diedorf die Zuschauer von der ersten Sekunde an in die Welt des Theaters zu entführen. Von Diana Deniz

Diedorf. Am Anfang war nur Stille, Dunkelheit, Taschenlampenlicht und Silhouetten. Mit diesen simplen wie effektvollen Mitteln schafften es Giorgio Buraggi, Olaf Dröge und Sandra Pagany vom Eukitea Theater in Diedorf die Zuschauer von der ersten Sekunde an in die Welt des Theaters zu entführen. Bei der sehr gut besuchten Premiere von "Magic of Theatre" vermittelten die jungen Schauspieler dem Publikum, was Theater in seinem Ursprung überhaupt ist und sein soll.
Dabei warfen sie immer wieder Aussagen, die zum Nachdenken anregen, in den Raum, wie beispielsweise: "Im Mittelpunkt des Theaters steht der Mensch", "Theater macht das Unsichtbare sichtbar" oder "Im Theater entsteht aus dem Nichts die Welt." Es wurden Fragen gestellt, die sich der Zuschauer während der Vorstellung selbst beantworten konnte: "Was fühlt der Mensch im Theater?", "Was findet er dort?" und "Was ist die Magie, die verwandelnde Kraft und woher kommt sie?".
Die Schauspieler zeigen, was Darstellung auf der Bühne bedeutet und wie man von der einen Sekunde auf die andere eine neue Maske aufsetzen kann. Stellten sie eben noch eine dramatische Erschießungsszene dar, spielten sie im nächsten Moment eine Lachkrampfsituation. Für das Publikum bedeutete das ein Wechselbad der Gefühle. Eben noch Trauer, im nächsten Moment ansteckendes Lachen. Die drei Akteure kamen bis auf drei Taschenlampen ohne Requisiten aus. Gespielt wurde ausschließlich mit dem Körper, gesprochenen Texten, Licht und Schatten und teilweise zu instrumentaler Musik.
Zuschauer wird in einen Bann des Zwiespalts geführt
Jedes Stilmittel erhielt durch das reduzierte Umfeld eine herausragende Wirkung. Großartig war die Darstellung einiger Szenen aus William Shakespeares "Romeo und Julia", wo bei aller Panik, Verzweiflung und Dramatik bis hin zur lächerlichen Übertreibung der Zuschauer in einen Bann des Zwiespalts geführt wurde: Er wusste nicht mehr, ob ein Lachen angebracht ist oder nicht.
Spannend zu erkennen war die Visualisierung der vierten unsichtbaren Wand zwischen Schauspieler und Publikum. In der neuen Eukitea-Produktion wurden die unterschiedlichsten Arten des Schauspiels wie Tragödie oder Komödie dargestellt - ja sogar ein Abstecher zum Actionfilm war mit im Reisegepäck oder ein Abstecher in die fantasievolle Welt der Märchen.
Der italienische Schauspieler Giorgio Buraggi bereicherte die Aufführung durch eine zusätzliche Dimension: Zuerst wurde ein Teil in seiner Muttersprache gesprochen, dann auf Deutsch. Anfangs wirkte das befremdend, führte letztendlich aber zu neuer Betrachtungsweise - denn der Zuschauer versuchte stets, das Italienische für sich zu übersetzen, da er ja gespannt war, wie die Geschichte weiterging. Gewisse Erwartungen wurden aber immer wieder durch überraschende Wendungen ad absurdum geführt. Mit seiner Vielzahl von Abhandlungen sprach "The Magic of Theatre" den Zuschauer nicht immer gleich intensiv an. Bei mancher Szene musste er sich durchaus bewusst um Verständnis bemühen oder sich selbst eine Erklärung zurechtzimmern.
Die Idee und Regie für das Projekt stammt von Eukitea-Leiter Stephan Eckl. Er möchte "Magic of Theatre" auch an Gymnasien (ab der 10. Klasse) anbieten, denn gerade heranwachsenden Jugendlichen sei es in der Selbstfindungsphase eine enorme Hilfe, durch das Schauspielen verschiedene Rollen und Situationen auszuprobieren, ohne sich real in Gefahr zu bringen.
Kontakt Wer dieses Theaterprojekt für seine Schule buchen möchte, kann sich direkt mit Stephan Eckl unter Telefon (0 82 38) 96 47 43-0 oder per E-Mail info@eukitea.de in Verbindung setzen.
Bei uns im Internet
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