Die IG Metall Neu-Ulm/Günzburg hat überraschend die zweite Protestkundgebung der Kögel-Beschäftigten in Pullach und München abgesagt. "Es gibt neue Entwicklungen. Wir wollen kein Öl ins Feuer gießen", so Gewerkschaftssprecher Günter Frey. Von Georg Schalk Von Georg Schalk
Burtenbach/Gersthofen. Die IG Metall Neu-Ulm/Günzburg hat überraschend die zweite Protestkundgebung der Kögel-Beschäftigten in Pullach und München abgesagt. Diese sollte am Donnerstag stattfinden. "Es gibt neue Entwicklungen. Wir wollen kein Öl ins Feuer gießen", so Gewerkschaftssprecher Günter Frey auf Nachfrage. Stattdessen soll eine Betriebsversammlung bei Kögel in Burtenbach abgehalten werden. Frey: "Wir erhoffen uns, bei dieser Versammlung verlässliche Informationen über die aktuelle Entwicklung zu bekommen."
Vom früheren Kögel-Eigentümer SMB - eine Abkürzung für Schöller-Metternich-Beteiligungen - liegt nach Auskunft der IG Metall eine Reaktion vor. Die SMB soll gegenüber der Humbaur-Gruppe, dem in Gersthofen ansässigen Käufer von Kögel, ein verbessertes Angebot bezüglich der Fortsetzung des Mietvertrages über den 28. Februar hinaus gemacht haben.
Das Gelände und die Produktionshallen gehören der Bank Fortis Lease. Diese hat es an eine von den Altgesellschaftern um Metternich gegründete Immobiliengesellschaft vermietet. Deren Mieter ist Kögel. "Wir wollen keinen Grund geben, um Öl ins Feuer zu gießen", erklärte Frey. Deshalb habe die Gewerkschaft die geplante zweite Protestkundgebung am SMB-Sitz in Pullach (Kreis München) und vor dem Wirtschaftsministerium in München abgesagt. Die erste fand vergangenen Samstag in Jettingen statt. Etwa 600 Demonstranten zogen vor das Tor des Schlosses, das Hieronymus Graf Wolff Metternich, einer der Altgesellschafter, bewohnt.
Alt-Gesellschafter: Humbaur will Standort aufgeben
Die IG Metall ist mit den verbliebenen 442 Beschäftigten der Kögel Trailer GmbH nun gespannt, was am Donnerstag gesagt wird. "Dann kann man immer noch entscheiden, ob und wenn ja wo wir was machen", so Frey. Aktuell habe ein Gespräch zwischen dem Betriebsratsvorsitzenden Leo Berger und Altgesellschafter Schöller stattgefunden. Details wurden nicht bekannt.
Metternich hatte gegenüber unserer Zeitung mitgeteilt, dass es derzeit "intensive Verhandlungen" mit einem kapitalkräftigen, internationalen Konzern gebe. Mit ihm solle in Burtenbach eine Trailer-Produktion aufgebaut werden. "Das ist der Plan." Er sei davon überzeugt, dass der neue Kögel-Eigentümer Humbaur den Standort aufgeben wolle.
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