Gersthofen (maz-) - Mit einem Festgottesdienst hat die Gersthofer Pfarreiengemeinschaft St. Jakobus und Maria, Königin des Friedens, gestern den Besuch des Augsburger Bischofs Walter Mixa gefeiert. In seiner Predigt bezog Mixa noch einmal Position zu seinem Besuch in der ARD-Talkshow "Anne Will" vom 11. Januar. Mixa kritisierte den Hamburger Rechtsanwalt Roger Kusch, der es Schwerkranken mit seinem Sterbehilfeverein ermögliche, sich das Leben zu nehmen: "Die Leute, die die Schnauze voll haben vom Leben oder nicht mit einer Gesundung rechnen können, die spürt Kusch auf. In einem Raum stellt er ihnen einen Becher Gift hin und lässt sie dann allein. Vorher hat er aber noch 9000 Euro eingesteckt", sagte der Bischof.

Kusch habe ihm nach der Sendung gesagt, dass er verwundert sei, dass es die katholische Kirche nach 2000 Jahren immer noch gebe. Er habe leider nach der Sendung mit dem Anwalt nicht mehr über diese Aussage diskutieren können, bedauerte Mixa. Die Kirche sei ständig reformbedürftig und selbst ein Bischof gehe zum Beichten, so Mixa weiter: "Wichtig ist, dass die Einheit im Glauben erhalten bleibt." Auf die aktuelle Diskussion um den britischen Bischof und Holocaust-Leugner Richard Williamson ging Mixa in seiner Predigt nicht ein.
Vor dem Gottesdienst wurde Mixa von Stadtpfarrer Ralf Gössl im Pfarrzentrum Oscar Romero empfangen. Gössl betonte, dass der Besuch des Bischofs für ihn eine besondere Freude sei, da Mixa ihn auf wichtigen Stationen seines geistlichen Lebens begleitet habe: "Als ich vor langer Zeit meinen Dienst als Ministrant in Schrobenhausen angetreten habe, haben wir am gleichen Tag einen neuen Pfarrer bekommen. Der hieß Walter Mixa. Bei meiner Primiz 1993 war es ebenfalls Bischof Mixa, der die Primizpredigt hielt."
Schon oft die Kirche gesehen
Mixa sagte, er habe schon seit langer Zeit den Wunsch gehabt in der Gersthofer Pfarrkirche St. Jakobus einen Gottesdienst zu feiern: "Auf meinem Weg zu vielen Priesterfortbildungen bin ich immer an dieser Kirche mit dem interessanten Turm vorbeigefahren."
Hinter den Fahnenabordnungen der Vereine, mit einer großen Zahl Gersthofer Kinder und zu den Klängen der Gersthofer Stadtkapelle marschierte Mixa dann mit den örtlichen Geistlichen in die Kirche ein.
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