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14. Mai 2008 19:55 Uhr

Das Wort Streik schwebt über der Milch

Wie lässt sich ein Preis für die Milch durchsetzen, der gleichzeitig das Einkommen sichert und die Ausgaben deckt? Diese Frage bewegte rund 100 Besucher einer Podiumsdiskussion am Dienstag in Zusmarshausen.

Das Wort Streik schwebt über der Milch
Foto: ALFA

Um dies zu erreichen, brachte Romuald Schaber, Vorsitzender des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM), einen Streik der Milchbauern ins Gespräch. Der sinkende Milchpreis hat in den letzten Wochen zu Protesten der Milchbauern geführt, die um ihre Existenz fürchten. An einer Demonstration gegen die Preispolitik der Firma Müller-Milch beteiligte sich sogar der Kabarettist Ottfried Fischer.

"Entweder dieser Preis wird bezahlt, oder es gibt kein Produkt - so läuft Marktwirtschaft", sagte Schaber und erntete Applaus im Publikum. Nur Forderungen zu stellen, reiche nicht mehr aus. Mit einem Streik solle die Molkereiwirtschaft getroffen werden: Von ihr erhielten die Bauern schließlich ihr Geld. Die Verbraucher, die von einem Streik letztendlich betroffen seien, wären ein Druckmittel. "Die Molkereien haben es selbst in der Hand", sagte Schaber. Ein Besucher erinnerte an den Streik der Lokführer gegen die Deutsche Bahn, von dem auch die Kunden betroffen gewesen wären. Für gerechtfertigt hielt den Vorschlag ebenfalls ein anderer Teilnehmer, der den Molkereien einen "Vertrauensbruch" vorwarf. Sie stünden den Supermarktketten näher als den Bauern.

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In die Kritik geriet während der Veranstaltung der Bayerische Bauernverband (BBV). Schaber warf dem BBV vor, keine konsequente Linie hinsichtlich der Milchpreise zu verfolgen, und traf damit den Nerv des Publikums. "Man kann nicht den Ausstieg aus der Milchquote fordern und gleichzeitig keine Aufstockung." Der Verband hätte seine Glaubwürdigkeit in der Europäischen Union verspielt.

Gerhard Ringler, der im Saal saß und Kreisobmann des BBV für das Augsburger Land ist, verteidigte die Entwicklung mit dem globalen Markt, dem der Milchpreis ausgesetzt sei. Schaber erwiderte, dass immer etwas gemacht werden könne. In dieselbe Kerbe schlug Johannes Pfaller, Vorsitzender der Jungzüchter Mittelfranken. Der BBV müsse seine Mitglieder vertreten. Schließlich hätten bei Weltmarktpreisen nur noch die großen Betriebe eine Chance. Schaber forderte deswegen von der Politik einen "Außenschutz", der Preis müsse sanktioniert werden. Ansonsten wäre eine starke Zusammenarbeit der Erzeuger nötig.

Darin stimmte er mit Alfred Enderle, Kreisobmann des BBV für das Oberallgäu, überein. Er forderte, Einfluss auf den Preis zu nehmen, und ein gemeinsames Mengenmanagement der Bauern. Die beste Bündelung sei möglich über die Molkereigenossenschaften und die bayerische Milcherzeugergemeinschaft. Dagegen favorisiert der BDM ein sogenanntes "Milchboard", mit dem die Milchbauern gemeinsam den Preis festlegen sollen. Schaber bezeichnete es als "genial". Dagegen sagte Enderle: "Das Milchboard stellt die Milcherzeugergemeinschaft auf den Kopf."

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