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12. März 2010 18:30 Uhr

Heretsried

Dem Solarpark droht ein Rechtsstreit

Mitte der Woche war es so weit: Am Heretsrieder Weiherbergfeld rollte auf dem Gelände des viel diskutierten Solarparks an. Dabei könnte dem Solarpark ein Rechtsstreit drohen. Eine Bürgerinitiative hat juristische Schritte gegen das Bauvorhaben angekündigt. Von Michael Böhm

Dem Solarpark droht ein Rechtsstreit
Foto: ALFA
Heretsried. Mitte der Woche war es so weit: Am Heretsrieder Weiherbergfeld rollte der erste Bagger an, um mit den Bauarbeiten für den viel diskutierten Solarpark zu beginnen. Der Streit um die rund neun Hektar große Photovoltaik-Anlage ist damit jedoch längst nicht beigelegt. Denn während am Mittwoch die ersten Gräben für die elektrischen Leitungen ausgehoben wurden, hat die Bürgerinitiative "Bison" nun angekündigt, mit juristischen Mitteln gegen den Bau vorzugehen.

"Aus unserer Sicht sind im Genehmigungsverfahren gravierende Fehler gemacht worden", erklärt Bernd Rottmann, Sprecher der Initiative. Die Baugenehmigung für den Solarpark würde dadurch "völlig infrage gestellt". Sowohl zu den Rechtsmitteln als auch zu den konkreten Vorwürfen will sich die Bürgerinitiative aus "prozesstaktischen Gründen" momentan allerdings noch nicht äußern.

Heretsrieds Bürgermeister Josef Carteau hat für den andauernden Widerstand der Initiative kein Verständnis: "Mittlerweile muss man das Verhalten schon als Verbohrtheit bezeichnen." Rein inhaltlich bereiten Carteau die angekündigten Klagen gegen das Projekt kaum Sorgen. Nach seinem Wissensstand seien sowohl die Planung als auch das Genehmigungsverfahren "wasserdicht". "Mich ärgert vielmehr, dass ich für diesen für mich unnötigen Rechtsstreit viel Zeit aufbringen müsste, die mir dann an anderer Stelle fehlt."

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Hintergrund der angekündigten Klagen der Initiative ist die Baugenehmigung für den Solarpark, die am 22. Februar erteilt wurde. "Davon haben wir nur durch Zufall erfahren", beschwert sich BI-Sprecher Rottmann. Er hätte sich erhofft, dass solch eine folgenschwere Information den Anliegern wie bisher üblich per Anschreiben seitens der Gemeinde mitgeteilt wird, statt, wie jetzt geschehen, zwei Wochen später per Aushang im fernen Augsburger Landratsamt.

"Monatelang hat das Thema große Wellen geschlagen, und plötzlich wird in einer Nacht- und Nebel-Aktion zu bauen begonnen. Das kann man nicht als bürgernahe Politik bezeichnen", so Rottmann. Er und seine Kollegen von der Bürgerinitiative vermuten dahinter eine Art "Geheimhaltungstaktik", mit der drohenden Klagen vorgebeugt werden soll. "Für die Zukunft erhoffen wir uns eine offenere Informationspolitik. Es kann doch nicht sein, dass in einem so beschaulichen Ort wie Heretsried Anwälte die Interessen der Bürger vertreten müssen", sagt Rottmann.

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