Der Gelbe Sack ist auch weiterhin bis zum Zerreißen gespannt. Das liegt nicht nur am Inhalt in dem dünnen Plastiksack, sondern vor allem daran, dass viele Bürger keine bekommen haben. Klagen gibt es aus allen Orten - vor allem, weil die Verteilung nicht klappt.
Auslöser ist der Wechsel der Entsorgungsfirma (wir berichteten mehrfach). Das Unternehmen hat die Rolle mit den Gelben Säcken nicht wie die Firma zuvor über die Vereine verteilen lassen, sondern einem Subunternehmer übertragen. Nach Auskunft von Günther Prestele, dem Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebes, kostet das unter 10 000 Euro, während für die Verteilung über die Vereine 50 000 Euro anfielen.
Viel zu reichlich in den Hauptstraßen verteilt
Was war die Folge? "Der Subunternehmer hat alle Säcke verteilt, aber in der Hauptstraße sehr reichlich, und dann war für die Nebenstraßen nichts mehr da." Eine Einschätzung von Prestele, die von vielen Bürgern bestätigt wird. Auch von Landrat Martin Sailer: "Nur jeder fünfte Haushalt hat was bekommen." Das Thema sei sogar im bayerischen Umweltministerium erörtert worden, berichtete der Werkleiter. Da empörte sich nicht nur Altenmünsters Bürgermeister Bernhard Walter: "Es kann doch nicht sein, dass verteilt wird, wie die Leute grad lustig sind oder das Personal will."
Dem Landkreis sind die Hände gebunden
Dem Abfallwirtschaftsbetrieb und damit dem Landkreis sind jedoch die Hände gebunden. Verwaltungsdirektor (und "Chefjurist") Michael Püschel: "Die Gelben Säcke sind Sache von DSD, wir haben keine rechtliche Handhabe."
Das Dilemma mit den Gelben Sack hat Auswirkungen, die Weldens Bürgermeister Peter Bergmeir beschrieb: "Das Zeug wandert jetzt alles in die Graue Tonne." Und wer zahlt die? "Der allgemeine Müllgebührenzahler", ärgerte sich Lautenbacher. (AL)
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