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23. Februar 2010 19:35 Uhr

Landkreis Augsburg

Der Vogel des Jahres ist zum Abschuss frei

Wenn die Seen im Landkreis Augsburg eine geschlossene Eisdecke haben, sind nur noch Bäche und Flüsse offen. Aus denen bedient sich dann ein berüchtigter Fischräuber, der Kormoran. Manche Gewässer sind nach seinem Einfall de facto leer gefischt. Dem soll jetzt mit Unterstützung der Jäger ein Ende gemacht werden. "Der Kormoran ist bei uns ein großes Problem", sagt Carsten Lange. Er betreibt eine Forellenzucht in Horgau. Nicht nur Fische in freien Gewässern greife der Vogel an, sondern auch die in seiner Zucht: "Der fällt über alles her. Fische, die zu groß sind, verletzt er und lässt sie liegen." Von Niko Steeb Von Niko Steeb

Landkreis Augsburg Wenn die Seen im Landkreis Augsburg eine geschlossene Eisdecke haben, sind nur noch Bäche und Flüsse offen. Aus denen bedient sich dann ein berüchtigter Fischräuber, der Kormoran. Manche Gewässer sind nach seinem Einfall de facto leer gefischt. Dem soll jetzt mit Unterstützung der Jäger ein Ende gemacht werden. "Der Kormoran ist bei uns ein großes Problem", sagt Carsten Lange. Er betreibt eine Forellenzucht in Horgau. Nicht nur Fische in freien Gewässern greife der Vogel an, sondern auch die in seiner Zucht: "Der fällt über alles her. Fische, die zu groß sind, verletzt er und lässt sie liegen." Lange hält den Kormoran für extrem intelligent. Außerdem sei er wie Wildschwein und Fuchs ein Kulturfolger: "Der ist dreist und passt sich an." Das bestätigt Ulrich Krafczyk vom Fischereiverband Schwaben: "Früher kamen Kormorane in Schwärmen." Weil man sie auf diese Weise gut jagen konnte, bilden sie neuerdings kleinere Trupps. "Die wissen genau, wo ihnen was passiert", sagt Krafczyk. Nach der Jagd zögen sich die Vögel in Schutzgebiete mit Abschussverbot zurück.

Deshalb suchen die Fischer jetzt die Nähe zu den Jägern: "Wir sind auf sie angewiesen", gibt der Mann vom Fischereiverband zu. "Das ist aber eigentlich ein Problem der Fischer", sagt Hans Fürst, Vorsitzender der Jägervereinigung Augsburg. Trotzdem wollen er und seine Kollegen helfen. Das Mittel: die letale Vergrämung. Im Endeffekt nichts anderes als eine Jagd: "Der Kormoran steht nicht im Jagdgesetz, aber es gibt eine Tötungserlaubnis für Revierinhaber." Damit dies klappt, muss die Aktion koordiniert sein.

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An zwei Tagen haben die Jäger in den Landkreisen Augsburg und Dillingen versucht, konzentriert die Kormorane zu vergrämen. Das Ziel: "Wenn es ihnen flächendeckend nicht gefällt, fliegen sie vielleicht dahin, wo sie zu Hause sind", erklärt Fürst, der aber gleichzeitig zugibt, dass die Jäger überfordert seien. Ob die Aktionen Erfolg haben, klärt sich im April, wenn das Landratsamt die Streckenlisten ausgewertet hat, in denen die Schützen die abgeschossenen Tiere aufführen.

Jungvögel dürfen ganzjährig geschossen werden

Dass ausgerechnet der Kormoran vom Naturschutzbund Deutschland und dem Landesbund für Vogelschutz zum Vogel des Jahres 2010 gewählt wurde, halten die Betroffenen schlicht für eine Provokation. Damit diese Tiere erst gejagt werden durften, hat der bayerische Gesetzgeber gehandelt. Nach dem harten Fischwinter 2008/09 stimmte der Landtag im Mai 2009 einem Dringlichkeitsantrag zu. Für die Details ist bei uns die Regierung von Schwaben zuständig. Nun darf der Kormoran bis zum 30. April gejagt werden, erklärt Roland Paravicini von der Fischereifachberatung des Bezirks Schwaben. Ganzjährig dürfen außerdem Jungvögel im Umkreis von 200 Metern um die Schmutter geschossen werden. »Seite 7

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