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15. September 2011 00:09 Uhr

Studie

Der kleine Unterschied

Weshalb Frauen auf dem Land seltener arbeiten als in der Stadt Von Verena Zint

Landkreis Augsburg Nehmen wir Familie Müller. Erika und Herbert, zwei Kinder, ein kleines Häuschen im Augsburger Land. Sie hat studiert, er nach der Realschule eine Lehre gemacht. Er arbeitet in einem Augsburger Unternehmen 40 Stunden und mehr die Woche, sie hilft an zwei Tagen in einer Steuerkanzlei im Nachbarort aus. Familie Müller ist fiktiv, die Situation dagegen nicht.

Nach wie vor tun sich Frauen im Augsburger Land schwer, nach der Babypause beruflich Fuß zu fassen. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Warum Frauen nicht arbeiten können und Männer das Geld verdienen.“ Erstellt wurde die Untersuchung über die Chancengleichheit der Geschlechter im Auftrag des bayerischen Arbeitsministeriums. Sie enthält auch Daten über den Landkreis Augsburg.

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Dort gehen 61,8 Prozent der Männer und 51,3 Prozent der Frauen arbeiten. Diese Zahlen entsprechen grob den schwäbischen Verhältnissen, nur in Augsburg ist der Anteil der arbeitenden Frauen um zwei Prozentpunkte höher. Deutlicher werden die Unterschiede zwischen Stadt und Land im Detail: Der prozentuale Anteil der Teilzeit arbeitenden Frauen in der Stadt ist geringer als auf dem Land.

Teilzeit Über 17 Prozent der Frauen im Landkreis arbeiten Teilzeit, bei den Männern 2,3 Prozent. Das Verhältnis in Augsburg: 14,8 zu 3,4 Prozent. Jede Zehnte arbeitende Frau im Augsburger Land hat eine geringfügige Beschäftigung, in der Stadt sind es 8,5 Prozent.

Dabei haben Frauen im Landkreis prozentual gesehen die bessere Schulbildung als Männer. Doch die Daten der Studie belegen, dass Mütter mit dem Karriereknick nach der Babypause rechnen müssen. Weitere Daten:

Elternzeit Über 97 Prozent der Mütter im Landkreis Augsburg sind länger als acht Monate in Elternzeit. Väter bleiben durchschnittlich weniger als drei Monate zuhause.

MandateIn Stadt- und Gemeinderäten im Augsburger Land sind 77,6 Prozent der Stellen von Männern besetzt.

Wobei einheitliche Aussagen für den Landkreis laut Studie schwierig sind, weil dort zwei Welten aufeinanderprallen: einmal die sogenannte Verdichtungszone in den Orten rund um Augsburg, dann der eigentliche ländliche Raum.

Der greifbare Unterschied laut Studie: Der geringeren Bevölkerungsdichte wegen sind auf dem Land Einrichtungen wie Kindergarten oder -Krippe dünner gesät, die Wege dorthin weiter. Andererseits – und auch das ist keine überraschende Erkenntnis der Untersuchung – sind in den Dörfern die sozialen Strukturen noch intakter, kann die Familie eher aushelfen.

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