Gersthofer Kol-La derbleckt Politiker nach Strich und Faden. Im kalten Wörleschwang waren Tierkostüme Trumpf


Gersthofen/Zusmarshausen Im Augsburger Land wurde die Monarchie wieder eingeführt – zumindest, wenn es nach den Aktiven der Gersthofer Kol-La-Faschingssitzungen geht. Denn dort feiert König Siegfried (Deffner) fröhliche Urständ in den oftmals bissigen kabarettistischen Einlagen. In ihrem fünfstündigen, aber dennoch äußerst kurzweiligen Programm nützten die Faschingsnarren bei der Premiere jede Gelegenheit, ihre Lokalpolitiker – und nicht nur die – zu derblecken.
War man die Qualität vieler Nummern der Kol-La schon aus vergangenen Jahren gewöhnt, so gelang den Mimen, Tänzern, Sängern und Musikern heuer ein Niveau, das nicht selten die Qualität manch professioneller Kabarettisten erreichte.
Mit Freude sprangen die Beteiligten in das große Loch, das in der Mitte Gersthofens klafft, seit das Bauprojekt Forum wegen ewiger Querelen ruht. Und es ist offenbar groß genug, um daraus frei nach dem Motto „Quo vadis Forum“ jede Menge Stoff für ironische Pointen zu ziehen. Ob sich nun Deffner mit seinem „Ziehsohn“ Jürgen Schantin duellierte oder der musikalisch begabte Nachwuchs dem Kulturamtschef Tipps für sein Stadthallenprogramm gab – die Ortskundigen lachten schallend und die auswärtigen Gäste amüsierten sich blendend.
Eisige Kälte
Kuschelig warm in der Gersthofer Stadthalle, eisige Kälte in Wörleschwang. Dort beteiligten sich am Samstagnachmittag 60 Gruppen sich am Faschingsumzug. Auf den Wagen der Vereine, die zum Teil weite Wege hinter sich hatten, flogen Düsenjets und ein Batmobil, gab es ein Kettenkarussell, eine Karibikbar, Schiffe, ein Wigwam aus Fell, ein Iglu, Hütten und gewaltige Schlösser und Burgen.
Gegen die Temperaturen half dem Publikum Glühwein und das ein oder andere Tänzchen. Kinder steckten samt Schneeanzug im Kostüm und auch die Erwachsenen waren dick eingepackt. Jugendliche Zuschauer setzten auf mollige Tierkostüme als Bären, Wölfe, Hasen und Affen. Für manch einen Zuschauer war der Umzug in Wörleschwang der Auftakt für eine wahre Umzugsserie. „Es kommen ja noch Zusmarshausen, Altenmünster, Dillingen, Deubach, Gessertshausen und Welden“, zählte eine 14-jährige Zuschauerin auf. Über eine Stunde lang zogen die Wagen und Gruppen durch den Ort, bevor die Party in der „Hieber-Halle“ begann. Kaum war der letzte Wagen vorüber, begannen die Aufräumarbeiten. Peter Niederhofer kehrte Luftschlangen und Süßigkeiten vom Fußweg vor seinem Haus. Er hätte gemütlich von drinnen zuschauen können, harrte aber auch auf der Straße aus. „Wenn es schneit, ist’s arg.“ Im Anschluss an die Kehrarbeiten gab’s Krapfen – im Warmen. (corh,lig)
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