Samstag, 28. Mai 2016

09. Januar 2016 09:00 Uhr

Diedorf

Die Stehauffrau geht aus der Deckung

Tina Schüßler will es nochmals wissen und zu einem Weltmeisterschaftskampf im Kickboxen antreten. Wie die Powerfrau alle Aktivitäten unter einen Hut bringt und welche Vorsätze sie für das neue Jahr gefasst hat

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Tina Schüßler ist ein Phänomen. Sie war Weltmeisterin, Europameisterin und mehrfache deutsche Meisterin im Kickboxen und ist noch amtierende Weltmeisterin im Profiboxen. 2009 erlitt sie einen Schlaganfall, war halbseitig gelähmt. Doch die nur 1,59 Meter große Frau kämpfte sich ins Leben zurück. 2013 wurde sie erneut Weltmeisterin, 2014 trat sie in ihrer Heimatgemeinde Diedorf sogar als Bürgermeisterkandidatin an. Wie viele andere Menschen auch, hat sich Tina Schüßler für das neue Jahr etwas vorgenommen. Sie will es nochmals wissen und wird im Mai 2016 bei der Weltmeisterschaft im K1- Kickboxen Vollkontakt antreten. Wir sprachen mit der Sportlerin, die in keine Schublade zu stecken ist.

Hallo, Frau Schüßler! Wie geht es Ihnen? Sie machen ja gerade Karriere als Fernsehstar.

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Schüssler: Mit geht es bestens. Nachdem ich in einigen Talkshows und Reportagen zu Gast war, konnte ich auch im Showbusiness Fuß fassen. Der TV-Sender Sat.1 hat mich zu Dreharbeiten für eine große Fernsehabendshow geholt. Vor Kurzem habe ich einen Kinowerbefilm mit meinem langjährigen Freund Jumbo Schreiner von Pro7 gedreht und kleine Rollen mit bekannten Schauspielern in TV-Filmen gespielt.

Sie stehen aber auch auf der Bühne Ihre Frau?

Schüssler: Zusammen mit Iris Berben und Thomas Thieme hab ich in einem Theaterstück gespielt, mit Otto Waalkes gab ich Autogramme. Ich stand mit den Ludolfs vor der Kamera, war mit Schauspieler Sepp Schauer, Corinna Binzer, Lara-Joy Körner und Marcel Reif erst vor zwei Wochen auf Charity-Veranstaltungen. Ich habe aber auch mit den Klitschkos Trainingseinheiten absolviert. Mit Anni Friesinger-Postma und Markus Othmer bin ich als Jurymitglied für „Sterne des Sports“ unterwegs. Als neue Moderatorin für einen Augsburger Sportsender interviewe ich Sportgrößen aus allen Bereichen.

Stimmt es, dass Sie jetzt auch noch eine Musikkarriere anpeilen?

Schüßler: (lacht) Ich spiele in meiner Freizeit Klavier und Schlagzeug und werde demnächst meine erste Single aufnehmen.

Wie lautet denn der Titel?

Schüßler: Das wird noch nicht verraten.

Darüber hinaus engagieren Sie sich auch intensiv im sozialen Bereich. In vielen Organisationen sind Sie als Patin tätig. Woher nimmt man eigentlich so viel Energie?

Schüssler: Ich bin eine Kämpfernatur. In jedem Bereich. Seit meiner Krankheit, als es mir selbst ganz schlecht ging, habe ich gesehen, wie sehr kranke Menschen auf Hilfe angewiesen sind. Deshalb investiere ich all meine Freizeit in diesem Bereich, um diesen Leuten zu helfen, sie zu begleiten und ihnen Halt zu geben. Das wird auch mein Vorsatz für 2016 und noch viele Jahre darüber hinaus sein.

Sie haben Ihre Krankheit angesprochen. Wollen Sie darüber sprechen?

Schüßler: Natürlich. Ich will damit ja auch anderen Menschen Mut machen, dass man nie aufgeben darf. Nachdem meine Karriere im Kickboxen steil nach oben verlaufen war, wurde ich 1998 das erste Mal Weltmeisterin. Ich wechselte zum Boxen, wurde beim Länderkampf Shootingstar der WIBF und war Sparringspartnerin von Regina Halmich. Der Profi-Boxstall Universum aus Hamburg entdeckte mein Talent und nahm mich zusammen mit den Klitschkos unter Vertrag.

Ein höchst erfolgreicher Weg, der von einem auf den anderen Moment jäh gestoppt wurde?

Schüßler: Kann man so sagen. 2009 hatte ich eine Notoperation aufgrund eines Bauchwandrisses. Nach der Vollnarkose fiel ich ins Koma. Als ich wieder erwachte, bekam ich zwei Wochen später eine Lungenembolie. Wieder eine Woche Intensivstation. Zwei Wochen danach erlitt ich einen Schlaganfall. Ich war linksseitig gelähmt, konnte nicht mehr richtig laufen und sprechen. In meinem Kopf war nichts mehr so wie zuvor.

Wie lautete die Diagnose?

Schüßler: Die Ärzte entdeckten einen angeborenen Herzfehler. Nach dieser unvorstellbaren Diagnose rutschte ich in ein schwarzes Loch. Auch für meine Familie war das ein Schock. Nach langen Krankenhausaufenthalten und mehreren Rehas folgte ein Jahr später eine Operation am Herzen.

Selbst das hat Sie nicht aus der Bahn geworfen?

Schüßler: Ich wollte für meinen Sohn wieder eine gesunde und energiegeladene Mutter sein. Ein harter Kampf gegen die Krankheit begann. Stundenlanges kognitives Training hat meinen Kopf zum Rauchen gebracht. Ich habe relativ schnell enorme Fortschritte gemacht.

Und langsam wieder mit dem Sport begonnen?

Schüßler: Ja. Ich bin motorisch immer sicherer geworden, fühlte mich von Woche zu Woche stabiler. Jetzt wollte ich es wissen! Für mich und alle da draußen! Mit Absprache meiner Ärzte, begann ich kontrolliert mit mehr Trainingseinheiten, rutschte schon wieder in die Kategorie Leistungssport, trainierte mit der deutschen Nationalmannschaft und konnte mich dort behaupten. Mein Wille und das Ziel vor Augen, wieder die Alte zu werden, wurde immer stärker. Ich wollte alle Menschen motivieren, niemals aufzugeben. Man kann es schaffen. Ich hatte enormen Biss. Ich explodierte regelrecht vor Willensstärke.

Und plötzlich waren Sie wieder da?

Schüßler: 2012 kam das Box-Comeback. Ich stieg siegreich aus dem Ring und fühlte mich stärker als jemals zuvor. Ich war wieder da. Jeder konnte sehen, dass ich es geschafft habe, die Krankheit zu besiegen. Weitere Kämpfe folgten, und im Juni 2013 wurde ich wieder Weltmeisterin im Boxen gegen Deniz Batlini.

Ziellos und ohne Zukunftsplan geht bei Tina Schüßler wohl gar nichts? Für das neue Jahr haben sie sich wieder etwas Großes vorgenommen.

Schüßler: Genau! Im Mai will ich wieder im Boxring stehen und um den Weltmeisterschaftstitel im K1-Kickboxen in Stuttgart kämpfen. Fünf Fernsehsender werden mich dabei in der Vorbereitung ab März intensiv begleiten. Auch der bekannte Sat.1-Boxexperte Tobias Drews hat mir eine Reportage zugesichert.

Wie schafft man es, all diese Aktivitäten unter einen Hut zu bringen?

Schüßler: Ein gutes Zeitmanagement und der liebevolle Halt und die Motivation meines Lebenspartners Clemens Brocker geben mir die nötige Unterstützung.

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Ein Artikel von
Oliver Reiser

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