Donnerstag, 18. Januar 2018

13. Januar 2018 16:00 Uhr

Diedorf

Diedorfer wollen keinen Maststall für Rinder

Zahlreiche Gegner sammeln in Diedorf Unterschriften und fordern einen anderen Standort. Bürgermeister Högg hingegen hält den Protest für überzogen.

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Die Pläne von Gemeinde und Investor, auf der Feldgemarkung Großberglohe in der Nähe des Schweriner Wegs, einen Aussiedlerhof mit Rindermast zu bauen (wir berichteten mehrfach), ruft heftigen Protest bei vielen Bürgern hervor. Inzwischen haben sich die Gegner zu einer Bürgerinitiative formiert, die in einem offenen Brief an Bürgermeister Peter Högg, den Gemeinderat und Landratsamt die Argumente gegen den jetzt favorisierten Standort erläutern und eine andere Lösung fordern. Unterzeichnet hat stellvertretend Maria Liegert.

Eine andere Gegnerin des Bauprojekts, Johanna Heim, sagte gegenüber unserer Zeitung, dass sie und ihre Mitstreiter inzwischen sehr viele Unterschriften gegen die Pläne gesammelt haben. „Wir formieren derzeit einen massiven Protest“, sagt sie.

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Wohn- und Lebensqualität würde erheblich sinken

In dem offenen Brief heißt es: „Mit der Realisierung dieses Bullenmaststall-Großprojekts in unmittelbarer Nähe zu einem Wohngebiet würde die Wohn- und Lebensqualität einer zusätzlichen großen Anzahl von Mitbürgern erheblich sinken, die sich bislang in ihrem Wohngebiet wohlfühlen durften. Die Abwehr des ursprünglichen Bauvorhabens „Bullenmaststall“ an der Lindenstraße zwischen Diedorf und Lettenbach wurde als Erfolg der Gemeinde verkauft, da so der Immissionsschutz der geplanten Wohnbebauung in diesem Gebiet gewährleistet würde. Mehr als fragwürdig ist jedoch, ob das alternative Bauvorhaben nahe eines bereits bestehenden Wohngebietes tatsächlich eine Verbesserung gegenüber dem ursprünglichen Standort darstellt.“

Die Gründe, die gegen den ersten Standort sprachen, würden umso mehr für den jetzt geplanten sprechen. „Der Erholungswert des Sinnesgartens am Seniorenzentrum würde durch den Bullenmaststall jedoch derart konterkariert, dass man sich diese Investition hätte sparen können.“

Verkehr belastet die Bewohner des Seniorenzentrums

Auch würden die Konfliktlagen (Verkehrslärm, Anlagenlärm, Gerüche) auch das Gebiet zwischen Seniorenzentrum und der bereits bestehenden Bebauung bestehen. Erschwerend käme hinzu, dass der zusätzliche Verkehr in besonderem Maße die Bewohner des Seniorenzentrums und die Anwohner belasten würde. „Was der Wandel eines von häufig gehbehinderten Menschen genutzten Spazierweges zu einer Durchfahrtsstraße zum Hofladen für die Lebensqualität bedeutet, muss ich nicht weiter ausführen“, heißt es in dem offenen Brief.

Diese geplante Anlage gehöre in ein Gewerbegebiet oder landwirtschaftliches Nutzgebiet. Einen sogenannten „Aussiedlerhof“ jedoch in Nähe eines Wohngebiets und direkt neben dem Garten vieler Senioren zu errichten, „zeugt von einer gewissen Ignoranz.“ Es werde der Anschein erweckt, dieser geschützte Rückzugsraum mit seinen Möglichkeiten zur Entspannung und Erholung sei kein Teil des Siedlungsgebiets. Im Landkreis werde es ganz sicher geeignete Ausgleichsflächen geben.

Gespräche mit den Grundstückseigentümern

Noch wird danach aber nicht gesucht. Wie Bürgermeister Peter Högg auf Anfrage unserer Zeitung erklärte, würden derzeit immer noch Gespräche mit den betroffenen Grundstückseigentümern geführt um herauszufinden, ob man überhaupt die benötigte Fläche von zwei bis vier Hektar zusammenbringt – entweder durch Tausch oder Verkauf. Denn das betreffende Gebiet gehört weder der Gemeinde noch dem Investor und sei sehr kleinzellig parzelliert: Es seien mehr als zehn Eigentümer, die betroffen sind.

„Momentan stehen wir ganz am Anfang“, so Högg. Der offene Brief zeige ihm, dass es Widerstand im Ort gibt und dass es nicht einfach wird. „Aber ich halte viele der Argumente für falsch oder überzogen.“ Der aktuelle Vorschlag sei der vierte Alternativstandort, der am verträglichsten und am weitesten entfernt von jeglicher Bebauung sei. Der Bürgermeister stellte klar, dass es nur noch gut vier Monate sind, bis theoretisch das Baurecht des Investors am ersten Standort an der Lindenstraße in Kraft tritt. Dann bliebe der Gemeinde nur noch das massive Instrument einer Veränderungssperre.

Högg kündigte an, bei den Bürgerversammlungen in den Ortsteilen Anfang März umfassend über den neuesten Stand informieren zu wollen. (AL,dav)

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Angela David

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