Montag, 11. Dezember 2017

06. September 2015 14:00 Uhr

Meitingen

Doch eine neue Stromtrasse im Augsburger Norden?

Die befürchtete „Monster-Lösung“ ist zwar vom Tisch. Aber über einen Umweg könnte es doch noch einen Ausbau der Stromleitungen bei Meitingen geben. Von Christian Lichtenstern und Christoph Frey

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Das Umspannwerk in Meitingen könnte Zielpunkt für eine der großen Stromtrassen aus dem Norden werden.

Viele atmeten auf im Raum Meitingen, als Anfang Juli in Berlin der Stromtrassenstreit mit einem Kompromiss zu Ende ging. Denn für den Raum Meitingen bedeutete der Deal, dass die befürchtete „Monstertrasse“, die Strom aus dem Nordosten Deutschlands in den Süden bringen soll, nicht in Schwaben endet, sondern in Niederbayern. Jetzt aber zeichnet sich ab, dass die bereits bestehenden Stromtrassen im Raum Meitingen an die neuen Verhältnisse angepasst und ausgebaut werden könnten.

Im wenigen Wochen, so der Neusässer Bundestagsabgeordnete Hansjörg Durz (CSU) gegenüber unserer Zeitung, werde man mehr wissen. Derzeit laufe eine Überprüfung, wie das Stromnetz umgebaut werden muss. Kernfrage ist dabei, wie der Strom, der aus dem Norden der Republik angeliefert wird, in die regionalen Netze eingespeist wird. Dabei kommt Meitingen als wichtigem Knotenpunkt für die Stromversorgung eine bedeutende Rolle zu. Durz: Es kann sein, dass Verstärkungen der bestehenden Leitungen nötig sind. Wie das aussehen soll, weiß man noch nicht.“ Er gehe aber davon aus, dass die Eingriffe im Vergleich zu dem, was noch vor einigen Monaten diskutiert wurde, nicht allzu groß wären.

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Bereits jetzt führt eine 380-Kilovolt-Leitung durch den Raum Meitingen. Die Hochspannungstrasse verbindet zwei der drei bayerischen Stromverteilungs-Sternpunkte. Die sitzen an den Atomkraftwerken und hier geht es von Gundremmingen bis Landshut (Ohu). Dazwischen liegt das Lech-Stahlwerk (LSW) in Meitingen - einer der größten Stromverbraucher in ganz Bayern. An der Leitung von Meitingen bis Oberbachern wird jetzt bis zum Herbst gearbeitet. Allerdings geht es dabei nicht um einen Kapazitätsausbau - zumindest noch nicht.

Netzbetreiber Tennet will die sogenannten Winkelmasten verstärken. Bei extremen Minustemperaturen wirken große statische Kräfte auf die Freileitungen. Im Münsterland in Nordrhein-Westfalen ist die Stromversorgung im Winter 2005 zusammengebrochen, weil 84 Masten unter der Eislast einknickten. Laut Tennet-Sprecher Markus Lieberknecht werden jetzt zwölf dieser Winkelmasten in den kommenden Monaten vor dem Winter verstärkt. Die Masten für die 380-Kilovolt-Drehstrom-Leitungen sind zwischen 50 und 70 Meter hoch.

Doch was bringt die Zukunft? Die beim Berliner Energiekompromiss Anfang Juli vereinbarten zwei großen Gleichstromtrassen nach Landshut und Grafenrheinfeld sind die Eckpfeiler der künftigen Netzarchitektur im Freistaat. Sie bringen Windstrom nach Süden, beziehungsweise auch Sonnenstrom nach Norden.

Damit sei es aber nicht getan, bestätigt Hansjörg Durz. Der CSU-Bundestagsabgeordnete aus Neusäß ist im Wirtschaftsausschuss mit der Materie befasst: „Die Fachplanung wird neu aufgerollt.“ Und dabei geht es dann auch darum, wie die vorhandenen Wechselspannungsnetze die Energie in Bayern weiter verteilen.

Für die Region muss nach Abschaltung des zweiten Atomkraftwerkblocks in Gundremmingen (2021) dieser Sternknoten durch die beiden anderen Endpunkte der Gleichstromtrassen mitversorgt werden. Ob und welcher Kapazitätsausbau dazu notwendig ist, erarbeiten jetzt die Energienetzplaner.

Nach Ansicht von Durz ist die bestehende Leitung bei Meitingen schon deswegen ein heißer Kandidat, weil der Industrie-Standort Meitingen über diese Leitung mitversorgt werde. Nach Firmenangaben braucht allein das Lechstahlwerk 800 Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr vor allem für den Betrieb der beiden Elektroöfen. Das entspricht in etwa einem Prozent des Gesamtstrombedarfs von Bayern.

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