Wetter
Mo.
21°C
Wetter
Di.
20°C

28. Mai 2011 11:05 Uhr

Kindermusical

Ein Indianer kennt kein Lampenfieber

Der „Wakatanka“-Chor der Gersthofer Sing- und Musikschule fiebert dem großen Auftritt entgegen Von Kathrin Hansel

Gersthofen Es ist ein strahlend schöner Nachmittag, die Sonne lacht. Doch trotz Badewetters tummeln sich dutzende Mädchen und Buben in sommerlicher Kleidung kichernd im Eingangsbereich der Gersthofer Sing- und Musikschule. Ein junger Mann im T-Shirt kommt die Treppen heruntergeeilt und ein anderer Mann betritt das Gebäude. Doch was machen all die Leute bei dieser Hitze in der Musikschule?

Für die letzte Chorprobe des Mitmach-Musicals „Wakatanka“ in der Musikschule Gersthofen verwandelt sich Yvonne Rieck kurzerhand in das Pferd „Hottehü“, die anderen Kinder stellen unter fröhlichem Gequatsche fluchs ein Lagerfeuer im großen Saal auf, im Hintergrund ein Indianertipi. Die Kostüme fallen für die Aula der Musikschule zwar etwas dürftig aus, aber heute geht es nur darum, dass auf der Bühne alles funktioniert, jeder seinen Text kann und weiß, wo er stehen muss. Entsprechend konzentriert sammeln sich die Kinder in dem großen Raum in Gruppen, dennoch bleibt bei einer lockeren Stimmung auch Zeit für lustige Späße.

ANZEIGE

„Lampenfieber? Nö, gar nicht. Die Kleineren sind da schon aufgeregter“ verrät die 13-jährige Franziska Harle, die zu den Ältesten gehört und das Indianermädchen „Frischer Wind“ spielt. Benedikt Hochmuth erzählt eifrig: „Ich bin im Chor und Ersatz für Wendelin Blasebalg“, denn wie im Theater üblich gibt es auch hier eine Zweitbesetzung für den Fall der Fälle.

Dann kann es losgehen: Erzählerin Carola Funk-Wittmann – die einzige Erwachsene auf der Bühne – versetzt das Publikum mit ausdrucksstarker Stimme und ausladender Gestik in den Wilden Westen. Der junge Mann mit dem T-Shirt entpuppt sich als Chorleiter Robert Kraus. Er steht neben der Bühne und koordiniert den gesanglichen Ablauf des Musicals.

Noch sind die Indianer mit Jeans und Flipflops bekleidet

„Vorhang auf!“ ruft der andere Mann, Regisseur Manfred Lamprecht. Der Indianerstamm der Wakatankas – wegen der Probe noch in kurzen Jeanshosen, T-Shirts und Flipflops – liegt augenscheinlich schlafend am Boden und der Häuptling „Wachendes Auge“, gespielt von Tobias Kaltenstadler, erwacht. „Heia!“ fängt er an zu singen und weckt mit einem unbeschwerten Frühstückslied seine Stammesmitglieder, die sogleich mit voller Kehle in den Gesang ihres Häuptlings mit einstimmen. Ein glockenheller, volltönender Chor erhebt sich und man staunt, mit welcher Klarheit und Kraft die Kinder singen können.

Zwischendrin lachen und albern die Darsteller noch ein wenig herum, aber auch das gehört zu solchen Proben mit den ersten Zuschauern dazu. Die ganz Kleinen aus der musikalischen Früherziehung dürfen nämlich ein wenig zusehen und werden von dem Geschehen auf der imaginären Bühne sofort in den Bann des Wilden Westens gezogen.

Inzwischen rührt sich im Stamm der Wakatankas etwas – „Sie sind wieder da!“ rufen die Indianerkinder glücklich, als ihre Väter von einer langen Jagd ins Dorf zurückkehren, doch leider mit leeren Händen. Hoppla! Ein Plüschpferd ist umgefallen und das elektronische Wiehern will einfach nicht aufhören. Aber schnell haben sich die Wakatankas wieder beruhigt und führen die Vorstellung ernsthaft und ohne Gekicher fort.

„Wir haben keinen Büffel erlegen können und wir haben fast keine Vorräte mehr“, sorgen sich die „Erwachsenen“ des Stammes. Heimlich übernehmen die Kinder das Kommando und können mithilfe des allwissenden Westwinds „Wendelin Blasebalg“, gespielt von Kaja Bohlken, die Büffel finden und mit den Bleichgesichtern Frieden schließen. Noch lange erzählt man sich an den Lagerfeuern die Geschichte von den kleinen Kindern, die so Großes geleistet haben.

Auch das richtige Verbeugen muss geübt sein

„Vorhang zu!“, erschallt es wieder laut von Lamprecht, der die ganze Zeit mit auf der Bühne war. Da wurde hier noch kurz etwas umgestellt, da schnell beim Text geholfen, aber auch gelobt wurden die jungen Schauspieler – der Spielleiter der großen Kol-La begleitet die jungen Schauspieler professionell bis zum großen Auftritt. „Das hat heute richtig gut geklappt, da brauchen wir keine zu Angst haben“, verkündet er zufrieden. Und nachdem auch das Verbeugen geübt wurde, begeben sich die kleinen Indianer, Cowboys und Pferde wieder nach draußen in die warme Sonne und können den restlichen Nachmittag vielleicht sogar beim Baden genießen – bevor es dann am Samstag und Sonntag bei den großen Aufführungen richtig ernst wird.

Vorstellungen des Kinder-Mitmach-Musicals „Wakatanka“ sind am Samstag, 28. Mai, um 18 Uhr und am Sonntag, 29. Mai, um 13.30 Uhr und um 16 Uhr in der Mehrzweckhalle Batzenhofen zu sehen. Die Vorstellung am Samstag ist nahezu ausverkauft.

Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.

Artikel kommentieren

Schlagworte

Gersthofen

Nachrichten in Ihrer Region
Augsburger Allgemeine Aichacher Nachrichten Augsburger Allgemeine Donau Zeitung Donauwörther Zeitung Friedberger Allgemeine Günzburger Zeitung Illertisser Zeitung Landsberger Tagblatt Mindelheimer Zeitung Mittewlschwäbische Nachrichten Neu-Ulmer Zeitung Neuburger Rundschau Rieser Nachrichten Schwabmünchner Allgemeine Wertinger Zeitung

Neu in den Foren

Neu in den Leserblogs

Adressen für Ihre Gesundheit

Partnersuche