Allergien, Kopfschmerzen, Nierenschäden - einige Leute schwören darauf, dass sich ihre Beschwerden durch Osteopathie deutlich gebessert haben. Von Anna Bayer

Landkreis/Adelsried Allergien, Kopfschmerzen, Nierenschäden - einige Leute schwören darauf, dass sich ihre Beschwerden durch Osteopathie deutlich gebessert haben.
"Zurzeit ist Osteopathie absolut in Mode", sagt Rudolf Haas, Krankengymnast und Osteopath aus Adelsried. Er selbst übt diesen Beruf jetzt schon seit etwa 20 Jahren aus, sein Schwerpunkt liegt aber vor allem auf der Behandlung von Schmerzen am Skelett, an den Gelenken und der Wirbelsäule. Als einer der Ersten unter den Krankengymnasten und Ärzten in Deutschland habe er, mittlerweile 48 Jahre alt, eine fünfjährige Zusatzausbildung für Osteopathie abgeschlossen. "Damals war diese Art von Behandlung weitgehend unbekannt."
Auch heute noch arbeitet ein Osteopath unter keiner geschützten Berufsbezeichnung. Zudem bezahlen die Krankenkassen eine Behandlung nicht. Die Kosten von durchschnittlich 50 bis 70 Euro pro Behandlung muss jeder Patient selbst tragen. Eine solche Abwehrhaltung sei nur in Deutschland der Fall, sagt Haas. "In Amerika beispielsweise ist diese Arbeit schon seit langer Zeit angesehen und akzeptiert." Das liege auch daran, dass es in Deutschland keine einheitliche Lehre gebe, sondern viele unterschiedliche Dachgesellschaften, die sich untereinander nicht einig seien.
Doch was macht ein Osteopath eigentlich genau? Und was unterscheidet ihn von anderen manualtherapeutischen Behandlungsmethoden wie die Chiropraktik? "Ein Chiropraktiker renkt vor allem Gelenke ein", erklärt Haas. Die Arbeit in der Osteopathie verlaufe viel sanfter und schonender. "Schmerzen hat man danach im Regelfall keine", sagt er.
Die Doktrin der Osteopathie orientiere sich an einem ganzheitlichen medizinischen Konzept. Sie gehe davon aus, dass alle Vorgänge im Körper zusammenhängen. Haas: "Das heißt, wenn jemand Probleme mit den inneren Organen hat, zum Beispiel mit dem Darm, kann das unter Umständen zu Störungen an der Wirbelsäule führen." Deswegen sei der erste Schritt einer osteopathischen Behandlung die Untersuchung und Feststellung von Störungen im Körper, sogenannter Dysfunktionen. Diese sollen dann durch sanfte Massagetechniken beseitigt werden. Eine osteopathische Behandlung dauert ungefähr eine Stunde, sagt Haas. Darin sehe er auch einen der Gründe, warum Osteopathie in letzter Zeit so gefragt ist: "Man nimmt sich viel Zeit für den Patienten und seine Beschwerden." Das Phänomen, dass Osteopathen in letzter Zeit wie Pilze aus dem Boden schießen, erklärt sich Haas damit, dass aufgrund der Gesundheitsreform jeder Arzt, Heilpraktiker oder Krankengymnast eine Nische finden und sich auf ein Gebiet spezialisieren wolle. "Und das ist ja nichts Schlechtes." Er selbst habe andere Richtungen ausprobiert wie die Dorntherapie und picke sich bei seiner Arbeit als Krankengymnast aus jeder Strömung das Beste heraus. An seinem Beruf gefalle ihm besonders gut, dass er mit einfachen Mitteln und ohne Nebenwirkungen den Menschen helfen könne.
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