Clown Michael Kalb nimmt bei Traditionsveranstaltung Prominente aufs Korn Von Jana Tallevi



Dinkelscherben Ein paar Prominente aus dem Augsburger Land reichen eben nicht aus, um für Kaiserwetter zu sorgen. Bei typischer Schäfflertanzkälte und Regen waren sie es nämlich, die am gestrigen Sonntag im Zentrum des Interesses standen und von Clown Michael Kalb nach dem traditionellen Tanz und den Reifenschwingerkunststücken auf den Arm genommen wurden. Dabei habe er sich durchaus viele Gedanken gemacht, so der diensthabende Clown, um nicht plötzlich mitten in der Schäfflersaison ohne Arbeit dazustehen, weil vielleicht dem einen oder anderen das eine oder andere Wort nicht ganz gepasst habe. Dann habe er sich aber doch dazu durchgerungen, frank und frei zu sprechen, und immerhin habe er seine gesamte Rede selbst geschrieben, was ihm nun den Titel Dr. einbrächte, und zwar Dr. der CSU, das bedeute nämlich „Clown schwätzt Unsinn“.
Zum Thema Dr. und Transparenz habe er sich übrigens einmal die Homepage der Landtagsabgeordneten Simone Strohmayr vorgenommen und dort eben unter dem Stichwort Transparenz feststellen können, dass sie gar nichts verdiene. „Vielleicht kann Landrat Martin Sailer ja zu ihren Gunsten auf seinen Chauffeur verzichten“, schlug er vor. Und hatte noch einen Kalauer parat: Der Unterschied zwischen dem Landtag und dem Theater sei, das bei Letzterem gute Schauspieler schlecht bezahlt werden.
Anschließend berichtete der Clown von seiner Recherche, was denn eigentlich ein Bezirkstagspräsident wie Jürgen Reichert mache, und kam zu dem Schluss, es müsse sich wohl um eine Art Hausmeistertätigkeit von Förderschulen bis zu neurologischen Kliniken handeln. Den Alltag von Eduard Oswald hingegen, des Vizepräsidenten des Deutschen Bundestags, könne er sich gut vorstellen, schließlich sei auch er drei Jahre in den Kindergarten gegangen. Wo es um wirkliche Themen gehe, das könnten die außerhalb der Region tätigen Politiker doch auch im Dinkelscherber Gemeinderat erfahren, wo statt um die Eurorettung um den Grünabschnitt am Wertstoffhof gesprochen werde.



Und dann hatte Clown Kalb wohl doch noch Angst um seinen Job: Ustersbachs Bürgermeister Max Stumböck und Gessertshausens Bürgermeisterin Claudia Schuster, sagte er, die seien einfach nett. Zur Erklärung: Die beiden sind die Chefs von Schäfflertanzkomiteevorsitzendem Karlheinz Lutz.
Gemeinsamkeit von Harald Güller mit dem Clown
Eine ganze Reihe weiterer Prominenter hatten vor der Rede die Reifenschwinger hochleben lassen, von Altlandrat Dr. Karl Vogele über Landrat Martin Sailer und seinem Stellvertreter Max Strehle bis zum ehemaligen Dinkelscherber Pfarrer Neuss – zu dem Michael Kalb aber nichts mehr einfiel, da er doch schon zu lange nicht mehr in Dinkelscherben tätig war. Einen der letzten Gags bekam Landtagsabgeordneter Harald Güller ab. Der war auf der gleichen Schule wie Michael Kalb. „Sind Sie da jetzt genauso doof wie ich?“ fragte der Clown.
Was so leicht daherkommt, ist für die Mitwirkenden des Schäfflertanzes hingegen harte Knochenarbeit: Der Prominententanz vor dem Rathaus war gestern nur einer von insgesamt neun Auftritten. Besonders für junge Frauen lohnt es sich aber, mindestens einmal zuzuschauen. Immerhin sind die Tänzer, Reifenschwinger und Clowns alle noch zu haben. Laut den Regeln der Schäffler dürfen nämlich nur ledige Dinkelscherber mitmachen.
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