Montag, 1. September 2014

18. Februar 2013 12:15 Uhr

Landkreis Augsburg

Einst Breibeutel, heute Silikon-Star

Im schwäbisch-bayerischen Raum gibt es dafür etwa zwanzig Bezeichnungen für den Schnuller. Welche, lesen Sie hier. Von Jürgen Dillmann

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Im schwäbisch-bayerischen Raum gibt es dafür etwa zwanzig Bezeichnungen für den Schnuller.
Foto: Archivbild: Rose Böttcher

Es gibt heute mehrere 100 verschiedene Ausführungen oder Modelle und sie haben meist zeitgeistgemäße, marketingorientierte Namen wie Goldi, Nip oder auch Star. Es gibt sie aus Silikon und Latex und auch Zubehör ist am Markt: Kettchen und Aufbewahrungsboxen zum Beispiel.

Utensil zur Beruhigung von Neugeborenen

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Gemeint ist jenes Utensil für Neugeborene, das der Beruhigung und (zunächst auch) der Gebissbildung dienen soll. Dabei nutzt man den natürlichen Saugreflex der Babys aus: Die Hersteller nennen es „Beruhigungssauger“, landläufig sprechen wir vom Schnuller, für den die Mundart allerlei Namen parat hat.

Bereits im Mittelalter gab es Schnuller, allerdings waren es Läppchen, die mit unterschiedlichen Materialien gefüllt wurden, etwa mit Brot, Mehl, Brei, aber auch – man höre und staune – mit Mohnsamen, die ja eine drogenähnliche, sedierende Wirkung haben. Selbst Branntwein sollen unserer Vorfahren gelegentlich zur „Ruhigstellung“ des Nachwuchs eingesetzt haben. Und in unseren Breiten dürfte wohl auch das Tränken mit Bier nichts Außergewöhnliches gewesen sein.

Die Vielfalt der Dialektnamen für die Beruhigungssauger ist wohl – so der Mundart-Professor König – der Nutzung im familiären Umfeld geschuldet. Eine große Rolle spielen dabei familientypische Kunstworte für das Saugen an der Brust und auch Lautmalerei sowie die Kindersprache.

Im schwäbisch-bayerischen Raum finden sich neben Schnuller an die zwanzig weitere Bezeichnungen: Noller, Nuller, Zuller, Schlotzer, Schlutzer, Notschel, Nuckler – um nur einige zu nennen, die allesamt von lautmalenden Wörtern für saugen abstammen – schnullen, schlotzen, nü/ullen, zullen, nuckeln. Und so kann es auch nicht verwundern, dass die Begriffe gelegentlich auch andere Bedeutungen haben, etwa Tabakpfeife.

Neben diesen „Saug“-Wörtern gibt es auch etliche Mundartbezeichnungen, die sich auf die Mutterbrust beziehen: Dietzel, Du/ützel, Düde haben alle ihren Ursprung im Dialektwort „Dutte“, was Brust bedeutet.

Form hat wohl Pate gestanden

Schließlich gibt es auch noch die Bezeichnungen Zapfen und Bapf. Laut König geht es hier jedoch nicht um das Saugen. Vielmehr dürfte die Form Pate gestanden haben. Und bei Bapf kann man eine kindersprachliche Abwandlung von Zapfen vermuten.

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