Sonntag, 21. Januar 2018

21. August 2013 00:35 Uhr

Konzertgala

Epische Klanggewalt aus zwei Kulturkreisen

Jugendorchester Gersthofen musiziert mit Gästen aus Israel Von Thomas Hack

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Gersthofen „Konzert der Begegnung“ hatten die Veranstalter das ungewöhnliche Orchesterspektakel in der Stadthalle treffend genannt und dem israelisch-deutschen Kulturaustausch damit einen weiteren musikalischen Meilenstein hinzugefügt.

Das Jugendorchester Gersthofen hatte gemeinsam mit mehreren Ensembles aus Jerusalem ein ganzes Jahr auf diese Konzertgala hingearbeitet, welche nun endlich dem gespannten Publikum dargeboten werden konnte – mit wahrlich epischen Ausmaßen! Doch bis dieses Zusammentreffen der Kulturen möglich wurde, mussten viele Hürden überwunden werden, wie Pressesprecherin Sabine Landau vor Augen führte: „Alles begann mit dem Stadtjugendring und seinen Informationsfahrten nach Israel. Das interessierte uns und so wurden allmählich die Kontakte aufgebaut“.

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Achim Liberta, der Orchestervorsitzende wies aber auch auf die Schwierigkeiten hin, die bei einem solchen Austauschprojekt auftreten: „Man muss vor allem die Bedenken abbauen, die man hat, wenn man 13-Jährige nach Israel reisen lässt.“ Doch diese Bedenken waren schließlich schnell einem vertrauenswürdigen Gefühl der Sicherheit gewichen und bald wurden in beiden Ländern neue Freundschaften gepflegt.

Die gemeinsame Konzertgala in der Stadthalle setzte nun neue Maßstäbe der Völkerverständigung und präsentierte sich gleichermaßen als berauschendes Musikerlebnis. Den wuchtigen Beginn markierte zunächst das Gersthofer Jugendorchester mit seinem gewaltigen Bläserauftakt, der die Halle beinahe zum Erbeben brachte: „Summertime“ von George Gershwin zeigte sich voluminös und gleichzeitig inspiriert von der schwelgenden Sinnlichkeit der amerikanischen Südstaatenmusik. Mit der epischen Klanggewalt Hollywoods wurden dagegen „Lord of the Rings“ und „Fluch der Karibik“ in Szene gesetzt. Gleich einem donnernden Sommergewitter glaubte man, das Heranstürmen der Heerscharen oder das dramatische Auslaufen der Piratenflotte regelrecht mit allen Sinnen mitzuerleben.

Nach diesen monumentalen Hörerlebnissen gaben sich die ersten israelischen Gäste die Ehre: Die Ariel Big Band aus Jerusalem hatte sich zunächst dem swingenden Flair der Broadwayzeit verschrieben, wobei sich sogleich auch das Bühnengeschehen wandelte: Ganz in schwarz gekleidet, aber mit höchst ausgelassenen Körperbewegungen versprühten die jungen Musiker eine nonchalante Leichtigkeit des Seins.

Doch die Truppe konnte auch anders: Mit wehmütigen jiddischen Balladen wurde eine melancholische Atmosphäre in den Raum transportiert, die dann aber rasch den fröhlichen Tanzweisen der israelischen Gesellschaft wich. Unfassbar, was die jungen Herrschaften ihren Instrumenten zu entlocken vermochten: Der E-Bass glich dem sinnlichen Zauber einer Harfe, die goldenen Trompeten erschallten bald wie schottische Dudelsäcke.

Anschließend traten drei wahre Vollblutmusiker auf die Bühne: Der Sasson Band gefällt es in unseren Gefilden so gut, dass sie erst einmal gar nicht nach Israel zurückkehren wird. Spontan hatte sie beschlossen, gleich noch eine kleine Europatour mit anzuhängen. In der Stadthalle präsentierte das lebenslustige Trio an diesem Abend dann das schier Unmögliche: die Rockklassiker von Queen authentisch nachzuspielen – mit einer Handvoll Klezmerinstrumenten!

Mit einer dramatischen Fanfare eröffnete schließlich das Lavi Orchestra seine Konzertdarbietung. Die Pauken und Trompeten dieses Mammutwerks erinnerten just an „Also sprach Zarathustra“ und erzeugten im Publikum auch ein ganz ähnliches Gänsehautgefühl. Eine selbst verfasste Rhapsodie für Bläser stand diesem gewaltigen Einstieg dann in keiner Note nach, ließ sie doch sofort an die ganz großen Leinwandkompositionen eines Ennio Morricone denken.

Als am Ende schließlich deutsche wie israelische Musiker gemeinsam auf der Stadthallenbühne das große Finale einläuteten und mit der Klanggewalt aller Instrumente „One Moment in Time“ diese fast schon zum Vibrieren brachte, gab es im Publikum kein Halten mehr: Vielen standen die Tränen in den Augen und Reihe für Reihe erhoben sich die Gäste, um stehend in einem tobenden Applaus ihre Ergriffenheit zu zeigen. Auch Organisator Andreas Landau hat dieses Gemeinschaftsprojekt tief berührt: „Diese Beziehung wollen wir pflegen und fortführen!“

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