Eine Fachoberschule gibt es derzeit im Landkreis Augsburg. Und die platzt aus allen Nähten. Abhilfe könnte eine neue FOS schaffen. Zwei Städte im südlichen Landkreis streiten um eine neue FOS. Doch schon jetzt streiten zwei Städte darum, wo die Schule stehen könnte. Von Martin Deibl
Im Vorteil scheint derzeit Bobingen zu sein. Zwar hat das Ministerium Anfang Februar klar gesagt, dass eine Außenstelle der überfüllten FOS Augsburg nicht in Betracht käme, sollte dahinter nicht der Wunsch nach einer eigenen Schule stehen. Davon wollen aber viele Kreispolitiker vorerst nichts wissen, da das Projekt nicht im 65 Millionen Euro schweren Prioritätenkatalog für Schulbauten enthalten ist.
Vorteil für Bobingen dennoch, weil dort das Kultusministerium eine Probeeinschreibung veranlasst hat. Dadurch soll das mögliche Schülerpotenzial genauer abgeklärt werden. Dazu Landrat Martin Sailer gestern im Schulausschuss: "Bis Herbst sollten die Grundlagen ermittelt sein."
Betroffen und enttäuscht
Hauptkonkurrent ist Schwabmünchen, das nicht erst mit dem Schreiben vom Februar 2010 seinen Hut in den Ring geworfen hat, sondern sich bereits im November 2007 als Standort für eine neue FOS beworben hat. Darauf wies vor allem die CSU-Kreisrätin Gabriele Huber aus Schwabmünchen hin. "Dass Bobingen favorisiert wird, hat uns betroffen gemacht." Sabine Grünwald (SPD/Schwabmünchen) pflichtete bei: "Dass Schwabmünchen bei der Schülerbefragung außen vor gelassen wird, enttäuscht mich."
Allerdings hat der für Fachoberschulen zuständige Ministerialbeauftragte Konrad Maurer erklärt, dass Bobingen oder Königsbrunn die besseren Standorte seien, während Schwabmünchen die FOS-Standorte Landsberg, Kaufbeuren und Bad Wörishofen ein Stück weit gefährde. Maurer ist allerdings Leiter der FOS in Augsburg, wie der Königsbrunner Kreisrat Manfred Buhl (FDP) genüsslich anmerkte.
19 Räume angeboten
Das Argument, Schwabmünchen könnte bestehende Fachoberschulen gefährden, ließ Huber ("Der Süden könnte locker eine eigene FOS füllen") nicht gelten. Auch nicht die Verwunderung der Kreistagskollegen, dass die Stadt jetzt plötzlich Räume für eine FOS im Gymnasium und in der Realschule anbiete, während sie vor einem Jahr noch von großer Raumnot gesprochen habe. Durch den Schülerschwund würden 19 Räume frei. Dort wird es laut Schulgutachten den extremsten Schülerrückgang mit bis zu 33 Prozent geben, ergänzte Fritz Hölzl (CSU) - allerdings hochgerechnet auf das Jahr 2020.
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