Der Biber, der Hochwasserschutz und die Raser sind die Hauptthemen in Hammel und Ottmarshausen. Vor allem die kleinen Nager im Mühlbach treiben die Anlieger um. Von Regine Kahl
Von großen Schäden an seinem Grundstück sprach ein Anwohner der am Mühlbach liegenden Wiesenstraße. "Ich wohne seit sieben Jahren in engster Nachbarschaft mit dem Biber," sagte er sarkastisch. Er sei daher inzwischen ein Experte und könnte bei den Ortsterminen der Behörden einiges an Wissen beisteuern. Seiner Ansicht nach müsse der Durchfluss im Mühlbach bei Starkregen gewährleistet sein.
"Der Bach ist der falsche Wohnort für den Biber, ich kann nicht nachvollziehen, dass man daran festhält," sagte Bürgermeister Hansjörg Durz, der erst vor wenigen Wochen wieder mit Vertretern des Landratsamtes und einem Biberbeauftragten vor Ort gewesen war. Ergebnis: Fünf bis sechs der Biberdämme dürfen nach der Frostperiode entfernt werden. Wenn es dann keine spürbare Verbesserung gebe, soll noch einmal neu beraten werden. Durz: "Das ist zumindest ein Schritt, wenn auch noch nicht die endgültige Lösung."
Johann Jünger aus Hammel sprach von einem "Überbestand" beim Biber. Die Tiere würden daher auf die Bäche ausweichen. "Fast jeder Baum am Mühlbach ist angebissen", sagte Jünger. Er bat zu prüfen, ob man die Bäume vor den Nagern schützen kann. Kein schönes Bild würden die Kanister abgeben: "Das hat mit einem Bach im Wiesengrunde nichts mehr zu tun."
Raser Messungen haben es klar ergeben: Am Ortseingang von Hammel wird vor allem im Westen (aus Richtung Aystetten) gerast. Um die Autofahrer abzubremsen, hat der Stadtrat den Bau einer Mittelinsel in der Hammeler Straße beschlossen. Die Straße wird komplett zur Seite versetzt. Auf der Insel gibt es einen Fußgängerüberweg, sie wird nachts beleuchtet. Das Thema Kreisverkehr am Ortseingang sei vom Tisch, zwei Häuser seien für den dafür benötigten Umgriff im Wege gewesen, so Durz.
Die Planung für die Mittelinsel wurde inzwischen mit dem Freistaat abgesprochen. Die Insel wird in den kommenden Sommerferien gebaut, weil dann keine Busse die Straße benutzen müssen. Für sie gibt es laut Durz nämlich keine Ausweichstrecke. Andrea Krause von der Initiative "Verkehrschaos in Hammel" bedankte sich für die neuen Tempo-50-Schilder an den beiden Ortseingängen. Dennoch bat sie darum, eine Messtafel aufzustellen, die die Geschwindigkeit anzeigt: "Es fährt keiner dauerhaft mit Tempo 50 durch Hammel", sagte sie.
Hochwasserschutz Heinz Gasda von der Interessensgemeinschaft Hochwasser wollte wissen, welche Maßnahmen die Stadt nach dem Jahrhundert-Hochwasser im Jahr 2005 inzwischen ergriffen habe.
Stadtbaumeister Dietmar Krenz erläuterte, dass es vor allem darum gehe, in Zusammenarbeit mit Kommunen in den Stauden am Oberlauf von Schmutter und Neufnach schon möglichst viel Wasser zurückzuhalten. Die Stadt Neusäß sei auch bereit, dort Rückhaltebereiche finanziell zu unterstützen. 50 000 Euro sind für solche Zuschüsse im Haushalt vorgesehen.
In Hainhofen werde daran gedacht, das Ufer an der Schmutter abzusenken. Der Aufstau im Erpelweg werde laut Krenz so deutlich verringert. Oberhalb des Amselweges sei bereits ein Becken fertig gestellt worden. In Ottmarshausen will das Wasserwirtschaftsamt prüfen, wie man die Aufstausituation an der Brücke (Wilhelm-März-Straße) verbessern kann. Auch für die Fabrikstraße und das Hausergelände sei eine Studie geplant.
Westlich von Ottmarshausen soll sich keine Welle bilden
Das Problem beim Holzbach sei, dass von den umliegenden Talhängen das Wasser in den Bach laufe, so Krenz. Hier müssten Verzögerungen, wie zum Beispiel Mulden, eingebaut werden, damit sich westlich von Ottmarshausen erst gar keine große Welle bilde. Mit den Anliegern hat die Stadt inzwischen Gespräche geführt. Hier kamen sehr konstruktive Vorschläge zur Verbesserung der Durchlässe, sagte Durz. Ein Konzept für einen verbesserten Rückhalt auf landwirtschaftlichen Flächen sei mit Experten erarbeitet worden.
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