Abriss des Gersthofer Kulturamtsgebäudes findet aber nicht nur Freunde
Gersthofen Unterschiedlich fielen die Bewertungen der Fraktionssprecher im Ausschuss zu den gezeigten Plänen aus. Während das neue Konzept und die Umgestaltung des City-Centers durchwegs begrüßt wurden, fanden sich beim Forum auch Gegner.
Bürgermeister „Es geht nicht nur um ein weiteres Einkaufszentrum, sondern um die einmalige Möglichkeit, über die Kopplung von Tiefgarage, City-Center und Forum eine neue Stadtmitte für Gersthofen zu schaffen“, sagte Jürgen Schantin. „Geplant wird ohne Kulturamtsgebäude und Kirnerhaus. Aber entschieden über den Abriss ist noch nicht.“
CSU „Nach 25 Jahren stehen wir wieder vor einer Stadtkerngestaltung“, sagte Erwin Fath. „Nun haben wir die Möglichkeit, ein neues Herz für Gersthofen zu schaffen.“ Allein der Umstand, dass das City-Center-Management nun ein umfangreiches Modernisierungskonzept vorgelegt habe, zeige schon, dass das Forum eine positive Entwicklung angestoßen habe. „Es war eine unglückliche Situation, dass wir wegen Grundstücksfragen kürzlich nicht öffentlich beraten mussten. Aber jetzt müssen wir die Bürger unbedingt bei den Planungsschritten mitnehmen.“
Freie Wähler „Das Kulturamt ist erhaltenswert, das sieht unsere Mehrheit so“, sagte Herbert Lenz. „Wir sprechen über insgesamt 14000 Quadratmeter Einzelhandelsfläche. Der Rat sollte noch einmal darüber nachdenken, ob Gersthofen dieses Ausmaß braucht.“
SPD „Wir sind auf jeden Fall für das neue Stadtzentrum mit dem Forum – aber nicht in dieser Variante“, erklärte Klaus Greiner. „Wir lehnen ab, dass das Kulturamtsgebäude verschwindet.“ Wir brauchen keine Nutzungsänderung, das Kulturamt ist hier gut aufgehoben.“ Sollte dies aber nicht gewünscht sein, sei an eine Stiftung unter Teilnahme des Gewerbes zu denken und eine Nutzung als Raum für Empfänge oder Ausstellungen. „Wir zweifeln auch sehr daran, dass wir die Erlaubnis bekommen, die Bahnhofstraße als Staatsstraße zu unterbrechen.
GBU/Grüne/FDP „Wir waren vor einem Jahr schon skeptisch, denn in Ulm oder in Augsburg funktionieren solche Einkaufszentren beispielsweis nicht“, betonte Albert Heckl (GBU). „Es ist gut, dass das City-Center jetzt auf den Karren aufspringt. Wir sind dagegen und verlangen stattdessen die Ausschreigung eines Gesamtkonzepts für den Gersthofer Einzelhandel.“
Jürgen Schantin entgegnete: „Sie sind seit vielen Jahren Gewerbeverbandsvorsitzender. Wenn sie nun gegen neu entstehende Einzelhandelsflächen sind, dann sind sie in ihrem Amt eine Fehlbesetzung.“ Heckl wies dies als „Unverschämtheit und Beleidigung“ energisch zurück. (lig)
Artikel kommentieren
| Artikel bewerten: