Montag, 20. November 2017

17. Juli 2017 10:03 Uhr

Kreis Augsburg

Frau mit Liebeskummer fährt gegen Baum: Versicherung will Geld zurück

Wegen Liebeskummer betrinkt sich eine junge Frau und fährt gegen einen Baum. Die Autoversicherung bezahlt - will das Geld aber dann zurück. Wie der Richter entschieden hat.

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Wegen Liebeskummer betrinkt sich eine junge Frau und fährt gegen einen Baum. Die Autoversicherung bezahlt - will das Geld aber dann zurück.
Foto: Alexander Kaya (Symbolfoto)

Damit hat die junge Frau wohl nicht gerechnet: Ihr Liebeskummer führte sie vor einen Richter, wie das Amtsgericht Augsburg mitteilt.

Wie es dazu gekommen ist: Die 20-Jährige war mit dem Auto ihrer Mutter in eine Diskothek im südlichen Landkreis Augsburg gefahren. Vorher hatte sie mitbekommen, dass die Freundin ihr den Freund ausgespannt hatte. Zu allem Unglück erschienen die beiden Verliebten dann auch noch zusammen in der Diskothek. Der jungen Frau reichte es: Sie betrank sich. Danach wollte sie mit dem Auto nach Hause fahren - kam aber nicht weit.

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Denn kurz nachdem sie gestartet war, fuhr sie mit einem Alkoholwert von fast zwei Promille gegen einen Baum am Straßenrand. Den Rettungssanitätern sagte sie noch, sie wolle sich umbringen. Am Auto entstand ein Schaden von rund 1300 Euro. Diese Summe ersetzte die Kfz-Haftpflichtversicherung der Mutter.

Hat die Frau den Unfall vorsätzlich verursacht?

Die junge Frau wurde schließlich in strafrechtlicher Hinsicht wegen fahrlässiger Trunkenheit im Verkehr verurteilt. Doch damit war die Geschichte für die Tochter nicht beendet: Die Versicherung wollte das Geld zurück haben, entsprechend den Bedingungen des Versicherungsvertrags. Sie begründete diesen Schritt damit, dass die junge Frau den Unfall vorsätzlich und mit Absicht der Selbsttötung verursacht habe.

Die Klage der Versicherung vor dem Amtsgericht Augsburg hatte jedoch keinen Erfolg. Nach der entsprechenden Vorschrift im Versicherungsvertragsgesetz muss ein Familienangehöriger, der beim Versicherungsnehmer wohnt, nur dann den Schaden zurückzahlen, wenn er ihn vorsätzlich verursacht hat. Dies konnte die Versicherung aber nicht beweisen. Die Absicht, sich umzubringen äußerte die Tochter erst nach dem Unfall und nicht vorher. Es war auch nicht nachgewiesen, dass die von Liebeskummer geplagte Frau sich vorsätzlich betrank mit der vorgefassten Absicht, anschließend im Zustand der absoluten Fahruntüchtigkeit Auto zu fahren. Nur fahrlässiges Handeln allein reichte nicht.

Die Versicherung legte Berufung ein, die das Landgericht Augsburg zurückwies - damit ist das Urteil rechtskräftig.

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