Experten referierten vor Bürgern und Bürgermeistern
Adelsried Um das Thema „Regionale Wertschöpfung durch erneuerbare Energien“ ging es bei einem Vortragsabend von ReAL-West in Adelsried.
Theo Karmann aus Wertingen, Energieexperte für Kommunen, und Evelyn Villing, Expertin für Umweltkommunikation, stellten die Möglichkeiten für eine Energiewende vor. Karmann legte dar, dass eine auf fossilen Energieträgern basierende Energieversorgung zunehmend die Kaufkraft in der Region schwächt. „Eine dezentrale, nachhaltige Energieversorgung trägt hingegen zu mehr kommunaler Autonomie, Wertschöpfung und Schaffung von Arbeitsplätzen bei Handwerksbetrieben, Herstellern und Dienstleistungsunternehmen in der Region bei“, so Karmann. „Die Fakten, die für die erneuerbaren Energien sprechen, sind überzeugend. Ich möchte eine Lanze für die Energiewende in der Region brechen“, so der Energiefachmann.
Es sei inzwischen eine erwiesene Tatsache, dass der Einstieg in die Energiewende auf nachhaltige Energieträger, Arbeitsplätze und Wirtschaftskraft in die Region fördere.
Es lohnt sich, Bürger bei der Planung mit einzubinden
Dass eine Energiewende zwar möglich sei, aber für ein Gelingen die Bürger aktiv mitgenommen werden müssten, verdeutlichten die Ausführungen von Evelyn Villing. Seit den 90er Jahren sind zahlreiche Planungsverfahren bekannt, die in langwierigen Konflikten mündeten. Die Kommunikationswissenschaftlerin rät deshalb den Gemeinden, von Anfang an einen gemeinsamen Weg mit den Bürgern zu beschreiten. „Es sollte schon weit vor Beginn des ordentlichen Planverfahrens eine strategische Bürgerbeteiligung mit professioneller Unterstützung von der Kommune eingeplant werden. Ideal ist es, wenn ein Projekt für erneuerbare Energien auch möglichst wirtschaftliche Vorteile oder Anreize bietet, wie den Erwerb von Anteilen mit guter Rendite“, so die Referentin.
Genossenschaftliche Bürgersolaranlagen sind ein gutes Beispiel hierfür. Immerhin sei in der Bürgerschaft auch ein großer Wissensschatz vorhanden, der sich positiv auf eine Planung auswirken könne, ergänzte Villing.
Akzeptanz und Zustimmung für Anlagen der erneuerbaren Energien seien stark von individuellen Lebensstilen und persönlichen Interessen abhängig. (AL/dav)
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