Mittwoch, 18. Oktober 2017

09. November 2012 07:08 Uhr

KZ-Außenlager

Gablingen: Einzigartige Funde mit grausamer Geschichte

Eigentlich sollte dort Gewerbe angesiedelt werden. Doch das ehemalige KZ-Außenlager in Gablingen bleibt erhalten. Stattdessen ist etwas anderes angedacht.

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Das ehemalige KZ-Außenlager in Gablingen bleibt erhalten. Die Gemeinde wird auf dem Gelände kein Gewerbegebiet ausweisen.
Foto: Marcus Merk

Dort, wo zwischen 1942 bis April 1944 Hunderte KZ-Häftlinge unter erbärmlichsten Bedingungen schuften mussten, sollte sich Gewerbe ansiedeln. Stattdessen soll nun an die furchtbare Vergangenheit der Fundamente erinnert werden.

Am Dienstagabend trafen sich unter anderem Gablingens Bürgermeister Karl Hörmann und einige Gemeinderäte mit Kreisheimatpflegerin Gisela Mahnkopf, Bezirksheimatpfleger Peter Fassl, Dirk Riedel von der KZ-Gedenkstätte in Dachau und Sebastian Sommer vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. Am Runden Tisch diskutierten sie über die Zukunft des ehemaligen Außenlagers.

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Ergebnis: Es wird kein Gewerbegebiet ausgewiesen. „Die Gemeinde wird die Baufeldfreimachung einstellen. Das weitere Vorgehen hängt von der Finanzierung und Fördermöglichkeiten ab“, sagte Bürgermeister Karl Hörmann. Ein paar Denkanstöße und rechtliche Aspekte gaben die Experten in der nicht-öffentlichen Runde weiter. Anfang nächsten Jahres möchte der Bürgermeister in einer Informationsveranstaltung über all das berichten.

Experten betonen Bedeutung der Anlage

Die Experten betonten, wie bedeutend die Anlage ist. „Was in Gablingen noch an Fundamenten vorhanden ist, das gibt es selten“, erklärte Dirk Riedel. Dass es noch so viele bauliche Überreste gibt, kannten er und seine Kollegen so von den über 100 anderen Außenlagern in Bayern nicht. „Aber wir wollen keinen Ort herausstellen, jeder hat seine Tragik, seine Bedeutung.“

Gisela Mahnkopf, die zusammen mit Freiwilligen das Gelände freilegte und Befunde sicherte, freute sich gestern über das Ergebnis des Runden Tisches. „Wir werden alle versuchen, etwas aus dem Projekt zu machen.“ Doch auch sie sieht das große Problem: die Finanzen. „Das Areal ist 5000 Quadratmeter groß, für so ein großes Gelände braucht man beträchtliche Beträge.“ Selbst ein Schutzbau koste. Gablingen müsse nun herausfinden, wie der Weg weitergehen soll. „Ein Betonblock alleine bringt’s nicht.“ Mahnkopf schwebt eine „Gedenkinsel“ vor, Riedel fände es schon gut, wenn zumindest ein Teil der Funde als Gedenkstätte eingerichtet werden könnte, „das wäre besser als jetzt“.

Doch auch im jetzigen Zustand, von Schutt und Büschen befreit, haben die Steine eine Wirkung. Bezirksheimatpfleger Fassl war ebenfalls vor Ort. „Ich habe mir die Stätte angeschaut und fand es grauenhaft. Sie kann durchaus noch etwas von dem Schrecken vermitteln. Ich habe den Ort als sehr authentisch empfunden.“ Gerade so könnte man am besten Leute erreichen. Gisela Mahnkopf meint, das Engagement zweier Studenten, die das KZ im Rahmen einer Bachelorarbeit vermessen haben, sei der beste Beweis dafür. „Die Beiden haben drei Mal so viel gearbeitet, wie für so eine Arbeit notwendig ist. Das Thema ergreift einen, auch junge Leute.“ Die Kreisheimatpflegerin kann sich vorstellen, dass sich auch andere Hochschulstudenten Gedanken zur Zukunft des ehemaligen KZ machen. Man könnte zum Beispiel die Anlage mit Gewerbe verbinden.

Auch Reinald Schlosser aus Gersthofen nahm am Runden Tisch teil. Er dokumentiert derzeit die gefundenen Teile. Sein Fazit der Veranstaltung: „Es geht vorwärts. Ich weiß nur nicht, wohin. Denn jede Lösung muss irgendwie finanziert werden.“ Unabhängig davon forscht er weiter, etwa nach der Frage, was nach der Bombardierung 1944 auf dem Gelände passiert ist.

Die Suche nach einem neuen Gewerbegebiet in Gablingen eilt indes nicht. Laut Hörmann stehen dafür noch rund 40. 000 Quadratmeter Fläche zur Verfügung.

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