Das müssen Sie jetzt wissen, um gut durch die kalte Jahreszeit zu kommen. Tipps für Auto, Babys, Tiere und Sportler.



Eisiger Kälte und strengem Frost entspringen teils kuriose Ideen. So wollte ein Mann im Kreis Fürstenfeldbruck seinen Porsche mit einem Heizlüfter in der Garage vorwärmen: Das Auto im Wert von 180000 Euro verbrannte. Wir geben Ihnen hier ein paar Tipps, wie Sie es besser machen und nicht nur als Autofahrer mit der Kälte zurechtkommen.
Für das Auto
Walter Dasch, Kraftfahrzeugsachverständiger und Niederlassungsleiter bei der TÜV-Süd Auto GmbH kennt Tricks und gefährliche Unwahrheiten rund ums Auto.
Das Beste ist: Das Auto in der Garage parken.
Für draußen Wer keine Garage hat, kann seine Scheiben durch eine Plane schützen. Man kann sie mithilfe von Saugnäpfen durch die Vordertüren an der Innenscheibe befestigen. So ist nicht nur die Frontscheibe vor Frost geschützt, sondern auch die Plane ist vor Wind und Dieben sicher.
Die Batterie Wer die Batterie prüfen lässt, bevor es zum Ernstfall kommt, kann das Schlimmste verhindern. Auch Batterie-Nachladegeräte können helfen. Davon, die Batterie einzuwickeln, rät der Experte ab. Es macht bei den extremen Minusgraden ohnehin wenig Sinn.
Diesel-Antrieb Diesel kann paraffinieren, das heißt er wird gelee-artig, der Wagen bleibt stehen. Tipp des Experten: Fließverbesserer für diesen Treibstoff gibt es an jeder Tankstelle. Keinesfalls sollte man dem Diesel Benzin beimischen.
Scheibenwischwasser Dieses kann gefrieren. Bei extremer Kälte muss der Frostschutz oft pur eingefüllt werden. So können auch die Leitungen, die das Wischwasser führen nicht gefrieren. Wenn es für die Wasserleitung schon zu spät ist, wird es schwer sie zu tauen. Dann sollte man sich an einen Fachmann wenden. Auf keinen Fall zu warmem Wasser oder gar dem Fön greifen. Am ganzen Auto sind hohe Temperaturen gefährlich. Viele Bauteile können durch Hitze beschädigt werden. Auch der extreme Temperaturunterschied kann beispielsweise für die Autoscheibe böse Folgen haben.
Löschwasser gefriert
Bei der Feuerwehr gibt es neben vermehrten Unfalleinsätzen bei Schneefall und Glätte noch ein ganz anderes Problem: „Wenn wir einen Brand löschen, müssen wir aufpassen, dass die Geräte nicht einfrieren. Außerdem müssen sich die Einsatzkräfte entsprechend warm anziehen und Aufwärmmöglichkeiten haben“, sagt Kreisbrandmeister Alfred Zinsmeister. Das Löschwasser sollte nicht im Schlauch stehen, sondern in Bewegung bleiben. Und wenn das Wasser aus einem zugefrorenem Bach kommt, muss die Feuerwehr auch noch das Eis aufschlagen.
Für Babys
Die Kälte beschäftigt auch viele junge Eltern, weiß Hebamme Petra Maoro aus Zusmarshausen. Sie gibt folgende Ratschläge:
Das Zwiebel-Prinzip ist verlässlich: Kinder dick einpacken.
Neugeborenebleiben bei dieser extremen Kälte am besten im Warmen. Zum Atmen ist die Luft momentan einfach zu kalt.
Kleinkinder müssen hin und wieder an die frische Luft. Am besten kürzer und dafür öfter mit den Kleinen nach draußen gehen. Wenn möglich in Bewegung bleiben.
Im Kinderwagen haben die Kinder wenig Bewegung. Aber Vorsicht: Wärmflaschen sind zu gefährlich, das heiße Wasser könnte auslaufen. Besser sind warme Kirschkernkissen. Und vor allem leichter gebaute Wagen mit Decken und ähnlichem auslegen, sodass die Kälte nicht von unten kommt.
Wieder Ausziehen nicht vergessen. Nicht, dass die Kleinen ins Schwitzen kommen.
Für Sportler
Die Sportbeauftragte Michaela Schuster vom Landratsamt Augsburg rät davon ab, sich bei extremer Kälte all zu großen Belastungen auszusetzen. Leichtere Sportarten wie Spazierengehen oder Walken würden den Körper nicht übermäßig belasten und könnten auch bei Temperaturen von weniger als minus zehn Grad ausgeführt werden, vorausgesetzt der Körper ist ausreichend gegen die Kälte geschützt. Wichtig ist außerdem:
DasAufwärmen vor dem Sport
Einedicke Bekleidung, am besten nach der Zwiebeltechnik, das heißt in mehreren Schichten übereinander. Da viel Körperwärme über den Kopf verloren geht, ist auch eine Kopfbedeckung wichtig.
Die Atmung sollte über die Nase erfolgen: So kann die eisige Luft angewärmt werden, ehe sie in die Lunge gelangt. Ein weiterer Grund, große Belastungen zu vermeiden, bei welchen oft nur noch durch den Mund geatmet werden kann.
Nachdem Sport sorgt ein schnellstmögliches Aufwärmen dafür, dass der Körper sich erholen kann. Trockene Kleidung ist dabei wichtig. „Letztendlich hängt es aber immer von der Konstitution des einzelnen Sportlers ab, wie viel er seinem Körper unter solchen extremen Bedingungen zumuten kann“, sagt die Sportbeauftrage. Hier gilt: Lieber zu wenig, als zu viel. Und wer bereits angeschlagen ist, bleibt besser im Warmen.
Auch für Tiere gilt: aufwärmen
Tierärztin Gisela Fritsche aus Meitingen klärt auf. Was kann ich tun, um meinem Tier zu helfen?
Hunde sind oft übermütig. Auch für sie gilt: Zuerst aufwärmen und an der Leine gehen, bevor es ans Spielen geht.
Pfoten sind aufgrund des Salzes auf Straßen und Wegen oft gereizt. Es hilft, die Pfoten in einer Schüssel mit lauwarmem Wasser und ein paar Tropfen Baby-Öl abzuwaschen.
Katzen streunen gerne draußen herum. Teilt man ihr Futter in mehrere Rationen, kommen sie öfter ins kuschelige Heim.
Generell gilt: Bewegung hält warm. Ob beim Gassi-Gehen, oder beim Koppel-Gang. Bei Tieren, die lange stehen oder kurzes Fell haben, kann man sich auch mit Decken oder leichter Tierkleidung helfen. Nicht immer ist diese Mode nur Dekoration.
Tiere Besitzer von Tieren, die draußen gehalten werden, müssen bei dieser Kälte öfter raus. Es muss immer Wasser in der Tränke sein.
Für Waldspaziergänge
Nennenswerte Schäden durch die arktischen Temperaturen gibt es in den Wäldern derzeit noch nicht, sagt Leitender Forstdirektor Reinhold Hoyer vom Amt für Landwirtschaft und Forsten. Schneebruch ist bislang nicht aufgetreten. „Dafür aber haben wir da und dort Schneedruck in jungen Beständen und Dickungen.“
In diesen Fällen breche das Holz zwar nicht. Aber der Stamm neige sich, sodass die ganze Pflanze hänge. „Die Stämme kommen dann nicht mehr hoch und müssen letztendlich entfernt werden“, so Hoyer. Sowohl bei Schneebruch – also wenn die Äste unter der schweren Schneelast brechen – als auch beim Schneedruck sei die Ursache schwerer Nassschnee, der sich auf die Kronen legt. „Verschlimmert wird das noch, wenn es nächtlichen Frost gibt, sodass der Schnee nicht von den Kronen rutscht.“ Zum letzten Mal habe es im Winter 1980/81 große Schäden durch Schneedruck gegeben. kafi, estu, lig, corh
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