Der Bau des evangelischen Gemeindehauses in Meitingen steht plötzlich infrage. Zwar war im Oktober der erste Spatenstich, doch jetzt hat der Vorstand der evangelischen Kirchengemeinde Meitingen einen Planungsstopp beschlossen. Von Margret Sturm

"Es stehen verschiedene Summen im Raum", erläuterte Pfarrer Markus Maiwald gegenüber unserer Zeitung. Veranschlagt waren 650 000 Euro, die Landeskirche habe einen entsprechenden Eingabeplan erstellt. Doch der dann beauftragte private Planer habe erklärt, dass diese Summe nicht ausreiche. Mittlerweile stünden Kosten von 1,1 Millionen Euro im Raum. "Wir können aber nicht mehr als 800.000 Euro schultern," betont Maiwald.
Deshalb wurde jetzt auf Anraten des Landeskirchenamts erstmal die Reißleine gezogen und ein Stopp des Bauvorhabens beschlossen. Auf Kosten der Landeskirche wurde ein weiteres externes Architekturbüro eingeschaltet, das bis zum 15. Januar 2010 eine Überprüfung vornehmen wird und eine neue Kostenschätzung vorlegen soll.
Petra Schneewind, Vorsitzende des Bauausschusses der evangelischen Kirchengemeinde Meitingen: "Wir bedauern, dass sich die Architekten seit einem halben Jahr nicht über die Kosten einigen können." Die Kirchengemeinde brauche dringend den Platz, der durch Umbau und Erweiterung geschaffen werden soll. Man habe viel Zeit und Eigeninitiative investiert, um den anvisierten Baubeginn in der ersten Novemberwoche umsetzen zu können. Nun sei die Verärgerung groß.
Die Baupläne sind nach Angaben von Petra Schneewind zwar bereits einige Jahre alt, weil sich die Umsetzung des Projekts schon eine Weile hinziehe. Doch keinesfalls habe man zu großspurig geplant, nimmt Schneewind den früheren Kirchenvorstand in Schutz, in dessen Zeit die Pläne ausgearbeitet wurden. "Im Gegenteil, man hat sogar auf Vieles verzichtet, zum Beispiel auf eine Trennwand, auf das Inventar und auf den gesamten dritten Bauabschnitt." Auch beim Aussuchen der Ausstattung - von den Fenstern bis zu den Kacheln - sei man immer unter den finanziellen Vorgaben der Landeskirche geblieben.
Auf die Kosten muss die evangelischen Kirchengemeinde Meitingen schon aus eigenem Interesse schauen, denn nur ein Drittel der Summe steuert die Landeskirche bei; für zwei Drittel ist die Kirchengemeinde selbst zuständig, wird dabei aber von den politischen Gemeinden stark unterstützt.
Wie es nun weitergeht, ist ungewiss. Nach Vorlage der neuen Schätzung werde wieder beraten, so Ute Felgenträger, Vertrauensfrau des Kirchenvorstands. "Wenn dieser Architekt die Kosten ebenfalls auf eine Million Euro beziffert, müssen wir eventuell ganz auf unser Projekt verzichten", sagt Schneewind. Natürlich träume man von einem Großspender, der diese Probleme auf einen Schlag lösen könnte, so Pfarrer Maiwald, doch der sei leider noch nicht vom Himmel gefallen.
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