Nach anfänglichen Startschwierigkeiten werden die Leistungen inzwischen besser angenommen. Berechtigte klagen dennoch über zu viel Aufwand und zu wenig Aufklärung.


Anträge hat sie schon viele gestellt. Ein warmes Mittagessen für die jüngste Tochter, die Klassenfahrt für den Sohn. Bei vier Kindern kommt einiges zusammen. Anke W. (Name geändert) gehört zu den über 4000 Menschen im Landkreis Augsburg, die Anspruch auf Leistungen aus dem Bildungspaket haben. Die Hartz-VI-Empfängerin, die anonym bleiben möchte, steht dem Paket der Bundesregierung zwiespältig gegenüber.
Dass es seit Beginn des Jahres die Möglichkeit gibt, in verschiedenen Bereichen Unterstützung zu bekommen, darüber freut ist Anke W. durchaus. Doch gleichzeitig ärgert sich die 47-Jährige über zu viel Bürokratie und umständliche Antragstellung. Neben einem allgemeinen Antrag muss für jeden Teilbereich ein eigenes Formular eingereicht werden. Wolle man beispielsweise Unterstützung für einen Schulausflug, klagt Anke W., müsse zunächst die Schule unterschreiben. Dies sei „realitätsfern“, denn oftmals bliebe dafür gar keine Zeit. Nicht selten hört Anke W. von ihren Kindern: „Mama, ich brauche morgen neun Euro für einen Ausflug nächste Woche.“ Hinzukomme, dass durch den Antrag jeder Lehrer wisse, „welches Kind ein Hartz-IV-Kind ist“.
Um das Problem der knappen Vorlaufzeit zu umgehen, geht Anke W. inzwischen immer in Vorleistung. Auf dem Formular streicht sie den Vordruck „Kontonummer der Schule“ durch, und gibt ihre eigene an.
Die Kosten vorzustrecken sei natürlich nicht immer einfach. Doch als gelernte Bürokauffrau weiß sie mit Geld umzugehen. „Ich kenne aber auch andere Mütter, die einfach nicht vorlegen können.“ Bei einem Skilager, das schnell mal 300 Euro koste, stößt aber auch Anke W. an ihre Grenzen.
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