Donnerstag, 18. Januar 2018

13. Januar 2018 11:00 Uhr

Landkreis Augsburg

Heimat hat im Landkreis Augsburg viele Farben

Dem einen geht das Herz auf, wenn er seinen Geburtsort sieht. Andere wiederum fühlen sich in ganz Europa daheim. Wie unterschiedlich die Sichtweisen können, erzählen Bewohner aus dem Augsburger Land. Von Siegfried P. Rupprecht und Matthias Schalla

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Was ist Heimat? Wo ist Heimat? Wie fühlt sich Heimat an? Ganz einfach, denken viele zunächst. Heimat ist das Zuhause. Doch bei genauerem Nachhaken hat jeder seine eigene Vorstellung. Heimat muss nicht unbedingt ein konkreter Ort sein. Der Begriff hat viel mit Gegenwart, aber auch mit Erinnerungen und Vertrautheit zu tun. Und oft merkt man, wie wichtig sie ist, wenn man weit weg ist. Dann denkt so mancher mit Heimweh an sein Zuhause zurück.

  • Eine klare Meinung zum Thema Heimat hat Max Trometer. Und das aus einem einfachen Grund: „Es ist nicht überall bekannt, dass das Wort ,Heimat’ eine zweisilbige Abkürzung ist“, sagt er. Ausgeschrieben habe der Begriff „Heimat“ vier Silben und heiße: „Zus–mars–hau–sen.“ Bei genauerer Nachfrage gibt Trometer aber zu, dass ein „Heimatgefühl erst wachsen muss“. So sei es auch bei ihm, der bereits in der vierten Generation in der Marktgemeinde lebt. Sein Heimatgefühl ist erst nach einigen Jahren entstanden. Gemerkt habe er dies vor allem bei der Heimfahrt aus dem Urlaub. „Wenn ich auf der A8 den Autobahnberg runtergefahren bin, habe ich Zusmarshausen ziemlich emotionslos als kleine unscheinbare Gemeinde wahrgenommen“.Ein kleiner Aufkleber an der Heckscheibe

Im Laufe der Zeit aber wurde es ihm regelmäßig „warm ums Herz“, wenn Zusmarshausen in der Windschutzscheibe vor ihm auftauchte. Und diese Liebe zeigt der 71-Jährige nun auch seit vielen Jahren jedem anderen Autofahrer mit einem kleinen Aufkleber an der Heckscheibe und der Botschaft: „i mog zus“.

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  • Julia Romankiewicz-Dölle kennt sich allein schon aus beruflichen Gründen mit dem Thema „Heimat“ aus. Denn: Sie ist Mitarbeiterin der Kreisheimatpflege im Landratsamt. „Ich würde ganz spontan sagen, meine Heimat ist dort, wo ich wohne, mich wohlfühle und meine Familie um mich herum habe“, betont sie. Sie sei eben durch und durch ein Familien- und Heimatmensch. Ihre Heimat hat die gebürtige Memmingerin daher jetzt in Gersthofen gefunden. Und auch wenn es im Urlaub wieder heimgeht, ist die Freude auf ihr Zuhause größer, als die Trauer, dass die Ferien vorbei sind. 
  • Einen weiten Bogen schlägt Andrew Ranson aus Neusäß. „Ich bin eine europäische Wanderseele“, sagt er und schmunzelt. Heimat bedeutet ihm viel, ist aber nicht nur an einem einzigen Ort gebunden. Geboren wurde Ranson in England in Nähe der schottischen Grenze, aufgewachsen ist er in Deutschland, auch sein Studium hat er hier absolviert.Deutscher aus Protest zum Brexit

Mittlerweile lebt der 59-Jährige mehr als die Hälfte seines Lebens in Deutschland – 35 Jahre. Seit vier Monaten hat er sogar die deutsche Staatsangehörigkeit. Aus Protest zum Brexit. „Ich fühle mich aber auch in Schottland daheim, Heimweh kenne ich eigentlich nicht“, sagt er. Schließlich sei er in ganz Europa unterwegs gewesen. „Und Heimat ist für mich stets der Ort, an dem das Herz hängt und zu dem man sich verbunden fühlt.“ 

  • Heimweh kennt allerdings Michael Stromer aus Bobingen Siedlung ganz genau. „Als ich wegen einer Mandeloperation ins Diakonissenhaus nach Augsburg musste, war das für mich als Kind eine schlimme Sache“, erzählt er. „Da litt ich entsetzlich unter Heimweh, fühlte mich allein und verletzlich.“ Er habe seine Eltern, Freunde und vertraute Umgebung schrecklich vermisst. Dieses Heimweh sei bei ihm heute noch fühlbarHeimat erinnert an die Kindheit

Den Begriff Heimat verbindet er überhaupt in erster Linie mit Kindheit. „Da waren der nahe Wald und der plätschernde Bach“, so Stromer weiter. Dort habe er mit den anderen Kindern in der Siedlung im Sommer Räuber und Gendarm oder Fangen gespielt, im Winter zünftige Schneeballschlachten veranstaltet. An diesem Ort, an dem er aufgewachsen und zu Hause war, habe er sich geborgen gefühlt, auch wenn es dann mal für eine zerrissene Hose eine Tracht Prügel setzte.

  • Wie für Michael Stromer ist Heimat auch für Dietmar Paun aus Langenneufnach ein bisschen Sehnsuchtsort. Heimat sei für ihn vor allem der Ort, wo er aufgewachsen ist. Hier in den Stauden sei er als Mensch verwurzelt. „Als ehemaliger Oberst der Bundeswehr habe ich beruflich in vielen Regionen Deutschlands gelebt“, berichtet er. Doch diese seien nicht einmal eine Art zweite Heimat gewesen. „Heimat ist für mich immer ein Gefühl. Es bedeutet unter anderem geborgen sein und sich rundum wohlfühlen.“
, Geschäftsführerin und pädagogische Leiterin der Volkshochschule Augsburger-Land, gesteht, dass Heimat für sie schwierig an einem Ort festzumachen sei. Sie verbindet damit auch Geruch oder den Geschmack nach Omas Butterhefezopf und Kräutertee.
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