Samstag, 18. November 2017

14. November 2017 19:18 Uhr

Altenmünster

Im Holzwinkel spielt die Musik

Sechs Gemeinden planen eine gemeinsame Musikschule. Wie das aussehen könnte. Von Benedikt Schulz

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Eine neue, dezentrale Musikschule planen die Holzwinkelgemeinden und Altenmünster. (Symbolbild)
Foto: Alexander Kaya

Es soll ein gemeinschaftliches Projekt der Holzwinkelgemeinden und Altenmünster werden: die neue, dezentrale Musikschule. Kinder – und natürlich auch Erwachsene – könnten dort nicht nur Blasinstrumente, sondern zum Beispiel auch Klavier oder Gesang von pädagogischem Fachpersonal lernen. Die Gemeinden Adelsried, Altenmünster, Bonstetten, Emersacker, Heretsried und Welden beraten derzeit über die Beteiligung an einer interkommunalen Musikschule.

Das Entwicklungsforum Holzwinkel und Altenmünster unterstützt seit 2015 die Gemeinden bei der Umsetzung von Projekten, die im Rahmen des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzepts (ILEK) erarbeitet wurden. Ziele des Entwicklungsfeldes IV „Freiraum für Naherholung und Kultur“ sind sowohl die Unterstützung der örtlichen Vereine und Kulturschaffenden als auch der Erhalt von Kultur und Brauchtum.

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Vor allem die Musikvereine nehmen eine wichtige kulturelle Aufgabe in den Gemeinden wahr, betont ILE-Managerin Simone Hummel und nennt als Beispiele Umzüge, Auftritte und Feste. „Allerdings stehen einige der in der Region bestehenden Musikvereine vor der Herausforderung, die Ausbildung mit einer geringen Anzahl von Schülern an vielen verschiedenen Instrumenten zu gewährleisten.“ Außerdem hätten viele Bürger den Wunsch, sich auch abseits der Blasmusik musikalisch zu betätigen. In der neuen Musikschule könnte es zum Beispiel auch Klavierunterricht oder musikalische Früherziehung geben. Zur Recherche und Beratung ist die Arbeitsgruppe auf den Verband der Bayerischen Sing- und Musikschulen zugegangen. Zusammen mit diesem wurden Möglichkeiten für eine interkommunale Musikschule erörtert.

Nun wurde das Vorhaben im Gemeinderat Altenmünster diskutiert. Bürgermeister Bernhard Walter sprach sich, so wie die Mehrheit des Gemeinderats, für das Projekt aus: „Eine Musikschule gehört zur Erziehung dazu und wäre für unsere Gemeinde eine Bereicherung“, sagte er. „Jungen oder auch älteren Bürgern würden wir damit eine Chance hier in unserer Gemeinde geben, ein Instrument zu lernen.“

Die neue Musikschule soll dezentral sein. Das heißt: Die Lehrer sollen in den verschiedenen Orten ihren Unterricht abhalten. Die Räumlichkeiten dafür stellt die jeweilige Gemeinde. Wo der Unterricht dann stattfinden soll, hängt von den Teilnehmern ab. „Wenn also beim Querflötenunterricht etwa ein Schüler aus Altenmünster kommt und drei Schüler aus Welden, würde der Unterricht logischerweise in Welden stattfinden“, sagte der Bürgermeister und ergänzte: „Die Räumlichkeitsfrage an sich stellt für uns kein Problem dar, denke ich. Mit der Schule und vielen weiteren öffentlichen Räumlichkeiten können wir den Bedarf gut abdecken.“

Gegenwind kam bei dem Projekt anfangs noch von Musikvereinen. Hierfür hat Bürgermeister Walter auch Verständnis: „Natürlich wirkt es zunächst komisch, dass eine Gemeinde ein Projekt unterstützt, das den eigenen Vereinen eventuell das Wasser abgräbt.“ In der vergangenen Zeit hätten deshalb viele Gespräche mit Verantwortlichen der Vereine stattgefunden. „Die Zweifel an dem Projekt konnten inzwischen weitestgehend ausgeräumt werden“, erklärte Walter. Inzwischen beteiligten sich bis auf einen Verein alle an dem Projekt. „Wichtig ist mir und den Vereinen natürlich, dass die Musikschule den Vereinen nicht die Mitglieder und Schüler wegnimmt.“

Die Finanzierung der Musikschule wird auf die Gemeinden und Schüler beziehungsweise deren Eltern aufgeteilt. Anfangs sollen die Zahlungen der Gemeinden von der jeweiligen Einwohnerzahl abhängen. Nach etwa drei Jahren könnten dann die Beiträge an die Nachfrage angepasst werden. Außerdem werde es einen staatlichen Zuschuss von etwa zehn bis 12 Prozent geben.

Der nächste Schritt sieht nun vor, dass die beteiligten Gemeinden über das Projekt diskutieren und abstimmen. Das ist in Altenmünster bereits geschehen. Hier hat sich der Rat bis auf zwei Gegenstimmen für eine weitere Planung der Musikschule ausgesprochen, solange sich genügend Gemeinden des Holzwinkels ebenso an dem Projekt beteiligen. Auch der Gemeinderat von Emersacker hat schon darüber diskutiert. Bürgermeister Michael Müller sagte, die Gemeinde müsste knapp 10000 Euro jährlich für die Musikschule aufwenden.

In der nächsten Sitzung soll beschlossen werden, ob Emersacker an dem Projekt teilnimmt. Die Musikschule soll in der Rechtsform eines privatrechtlichen Vereins gegründet werden, erklärt Hummel. Wenn die sechs Gemeinderäte den Plänen zustimmen, dann soll der Verein im Januar 2018 gegründet werden. (mit hes, manu)

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