Mittwoch, 22. November 2017

27. Februar 2017 15:57 Uhr

Neusäß

Junge Stimmen und großartige Schauspielkunst

Förderverein Young Stage sorgt mit dem Musical „Emily“ für eine ausverkaufte Stadthalle Von Thomas Hack

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Der Augsburger Förderverein Young Stage ist auch aus dem Neusässer Kulturleben mittlerweile kaum mehr wegzudenken – ob mit Einzelauftritten bei den Stadtfesten oder den alljährlichen klassischen Sonntagsmatinées, die immer unter einem anderen Motto stehen und durch die Vielfalt an Melodien und Kostümen die Gäste zu verzaubern wissen. Diesmal ist die Talentschmiede neue Wege gegangen und hat mit dem Familienmusical Emily ein Projekt von ganz neuen Dimensionen geschaffen, das alleine durch die Zahl der Mitwirkenden bereits gehörigen Respekt bei den Gästen der ausverkauften Stadthalle hervorgerufen hatte: Mehr als 30 Schauspieler, Tänzerinnen, Musiker und Chormitglieder präsentierten gemeinsam die Geschichte des kleinen Mädchens Emily (Annabella Held), das sich vergeblich darum bemüht, das ganz persönliche Glück zu finden – von den Eltern vernachlässigt, in der Schule ausgegrenzt, mit Problemen alleine gelassen. Nur ihre Freundin Amy (Christina Adleff) scheint ihre Sorgen zu verstehen. Doch dann beginnt in dem Mädchen ein perfider Plan zu reifen …

Bereits beim anfänglichen Duett der beiden Schülerinnen zeigte sich schnell, welches unglaubliche Talent in der jungen Annabella Held zugegen ist: Das Mädchen begeisterte nicht nur mit seiner klaren Singstimme, sondern wirkte mit den sorgfältig einstudierten Gesichtsausdrücken und Bewegungen wesentlich glaubhafter als mancher erwachsene Vertreter der professionellen Schauspielkunst.

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Zu den live von der Begleitband eingespielten Stücken aus populären Musicals füllte sich die Bühne schließlich nach und nach mit weiteren Mitgliedern des Young-Stage-Ensembles, die durch ihre Gesangseinlagen gleichermaßen immer wieder für Überraschungen sorgten. Zu den Höhepunkten gehörten sicherlich „Money, Money, Money“, ausdruckskräftig dargeboten von Natalie Schaar, oder Bodo Wartkes hundsgemeines „Ja Schatz!“, das in kongenialer Weise vom jungen Sänger Michael Galkin in Szene gesetzt wurde – während des Zähneputzens und mit der Zahnbürste im Mund! Für diese außergewöhnliche Performance erhielt er verdientermaßen tosende Jubelstürme aus dem Publikum. Als überragendes Ausnahmetalent glänzte jedoch Rene Held, der Autor dieses dreistündigen Musicals, in der Verkörperung der totalitären Schuldirektorin Evgenie Fleischhammer – optisch betrachtet eine schaurig-schöne Mixtur aus Batmans Joker und dem Diktator einer bizarren Bananenrepublik. Dessen ausgereifte Schauspielkunst war derart überzeugend, dass man diesen grotesken Charakter sicherlich so schnell nicht mehr vergessen wird.

Sehr schön war das durchweg stimmige Ineinandergreifen der jüngeren und älteren Young-Stage-Mitglieder, was die Alters- und Erfahrungsunterschiede der Darsteller binnen Kurzem in den Hintergrund treten ließ. Nicht zuletzt gebührte auch dem mitwirkenden Ballettensemble großes Lob, deren Tänzerinnen wie Traumgestalten durch die Fantasiesequenzen der Erzählung schwebten oder mit funkelnden Kostümen eine ausgelassene Feierlaune versprühten.

Da sich im Laufe des Stücks die Handlung zunehmend dichter gestaltete, hatte sich Young Stage auch hinsichtlich der Kulissen einen cleveren Kunstkniff einfallen lassen: Lehrergebäude und Elternhaus waren bald schon gleichzeitig auf der Bühne zu sehen, wurden jedoch je nach Spielort abwechselnd angestrahlt, bis die Protagonisten schließlich zu einer stimmigen Einheit auf der Bühne wieder zusammenfanden.

Die Geschichte selbst entwickelt sich schließlich ganz allmählich zu einer hintergründigen und moralisierenden Parabel, welche jedoch ohne erhobenen Zeigefinger fertig wird und vielmehr durch witzige Persiflagen und originelle Einfälle lebt. Die drangsalierten Schüler lernen, was Teamwork bedeutet und wie harmlose Schülerstreiche zur kollektiven Kriegserklärung gegen das herrschende Establishment werden können.

Und die kleine Emily? Ganz am Ende scheint es sogar ihr etwas zu schnell zu gehen und das Mädchen beginnt schlichtweg die Zeit selbst anzuhalten – was in Annabella Helds dargebotenen Abschlusssong „Quiet“und der ergreifenden Zeitlupensequenz der anderen Darsteller wunderschön zur Geltung kam. Young Stage hat an diesen beiden Bühnenabenden deutlich gezeigt: Sie können auch Musical.

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