Nach dem Faschingsumzug in Wörleschwang griff eine Gruppe "Mexikaner" einen 19-Jährigen an. Jetzt denken die Verantwortlichen über ein Alkoholverbot nach. Von Cordula Homann


Nach den Prügeleien im Rahmen des Wörleschwanger Faschingsumzugs soll sich etwas ändern.
Polizeihauptkommissar Bernhard Heimann aus Zusmarshausen (Landkreis Augsburg) sagt: „Wir haben uns mit dem Landratsamt bereits kurzgeschlossen und wollen mit dem Veranstalter zusammen erreichen, dass 2013 kein Schnaps mehr auf den Wagen getrunken wird oder von den Wagen aus weitergegeben wird. Mir wäre ein totales Alkoholverbot auf den Faschingswagen lieber, aber das geht nicht.“
Vor allem die Brutalität einer Gruppe, die mit Stiefeln auf ihr 19-jähriges Opfer eingetreten hatte, schockt den Polizisten. Der junge Mann war am Sonntag aus dem Krankenhaus entlassen worden. Er hat nach Angaben der Polizei Prellungen im Gesicht und am Körper erlitten.
Aufgrund des Vorfalles am Sonntag hatte der Veranstalter die Party, die nach dem Umzug in der „Hieber-Halle“ stattgefunden hatte, sofort beendet. Klaus Schöpf, Vorsitzender der Wörleschwanger Faschingsfreunde/Alkberg sagte gestern: „Die Party hätte noch eine Viertelstunde gedauert, aber wir haben sie abgebrochen und die Leute langsam aus der Halle gebracht. Die Zusammenarbeit mit Polizei und Sicherheitsdienst hat super geklappt.“ Schöpf zieht eine positive Resonanz des Umzugs. „Er ist sehr schön angenommen worden.“ Insgesamt 1500 Besucher hatten laut Polizei den Gaudiwurm bei eisigen Temperaturen verfolgt.
Wie berichtet, waren noch zwei weitere Besucher in Wörleschwang verletzt worden, als sie von Unbekannten ins Gesicht geschlagen wurden. Aufgrund dieser Vorfälle will Steffen Richter vom Amt für Jugend und Familie am Augsburger Landratsamt eine zeitnahe Nachbesprechung mit allen Beteiligten organisieren.
Am liebsten möchte er schon für die nächsten anstehenden Umzüge im Landkreis passende Maßnahmen ergreifen. In anderen Landkreisen wie zum Beispiel Dillingen und Günzburg gilt bei den Umzügen ein Alkoholverbot für branntweinhaltige Getränke wie Schnaps.
Auch Wörleschwangs Veranstalter Klaus Schöpf findet einen runden Tisch mit den Behörden, den Einsatz- und Sicherheitskräften sowie der Gemeinde „nicht verkehrt“. Ein Schnaps-Verbot sieht er allerdings kritisch. „Man kann Schnaps einschränken, aber nicht verhindern.“ Schöpf wird noch ein paar andere Faschingsumzüge besuchen und schauen, wie die Veranstalter dort mit dem Thema Alkohol umgehen.
In Altenmünster findet diesen Freitag zum ersten Mal ein Nachtumzug statt. Thomas Schuster, Vorsitzender des veranstaltenden Faschingsvereins Hennhofen, lässt nur Narren ab 18 Jahren in das Partyzelt, in dem nach dem Umzug gefeiert wird. „Wir werden am Eingang kontrollieren, dass keine Flaschen mit zum Umzug mitgebracht werden.“ Ein Sicherheitsdienst ist auch im Einsatz.
Da der Umzug zum ersten Mal stattfindet, kann Schuster noch nicht abschätzen, wie viele Besucher überhaupt kommen werden.
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