Vier zündelnde Kinder haben vermutlich den Großbrand der landwirtschaftlichen Halle in Erlingen ausgelöst. Diese überraschende Nachricht brachten die Ermittler der Kriminalpolizei Augsburg gestern am späten Nachmittag aus dem Meitinger Ortsteil mit. Der Schaden an Halle und Fahrzeugen wird mittlerweile auf rund zwei Millionen Euro geschätzt. Von Regine Kahl Von Regine Kahl

Meitingen-Erlingen - Vier zündelnde Kinder haben vermutlich den Großbrand der landwirtschaftlichen Halle in Erlingen ausgelöst. Diese überraschende Nachricht brachten die Ermittler der Kriminalpolizei Augsburg gestern am späten Nachmittag aus dem Meitinger Ortsteil mit. Der Schaden an Halle und Fahrzeugen wird mittlerweile auf rund zwei Millionen Euro geschätzt.
Auch Feuerwehrleute, die im Einsatz waren, sind gestern noch von einem technischen Defekt ausgegangen, doch die ersten Ermittlungen der Polizei haben etwas anderes ergeben: Vier Kinder im Alter von 12 und 13 Jahren haben demnach den Brand fahrlässig verursacht. Geistesgegenwärtig hatten die Kinder die Feuerwehr alarmiert.
An einen Brand dieser Größe kann sich der Einsatzleiter der Meitinger Feuerwehr, Roland Kempf, in den letzten Jahren nicht erinnern. Kempf ist seit 23 Jahren aktiv bei der Feuerwehr. Vergleichbar sei allenfalls das Feuer bei der Firma Creaton in Wertingen gewesen. "Uns war beim Einfahren auf den Hof sofort klar, dass das Gebäude verloren ist", sagt der Einsatzleiter. Ihm tut die Familie, die auf dem Aussiedlerhof wohnt, leid: "Das ist ein Schicksalsschlag." Die Lagerhalle im Meitinger Ortsteil Erlingen ist völlig ausgebrannt. 120 Feuerwehrleute waren am Sonntag gegen 17 Uhr ausgerückt. Darunter auch zehn Mann der Feuerwehr Meitingen, die gerade erst von einem Besuch der Partnergemeinde in Thüringen zurückgekehrt waren und sich auf dem Hof verabschiedeten. "Wir waren daher sehr schnell am Einsatzort," berichtet Kempf. Als er sah, dass das Feuer aus beiden Seiten der Halle loderte, wusste er, dass das Gebäude und die darin stehenden landwirtschaftlichen Fahrzeuge nicht mehr zu retten waren.
Oberstes Ziel war daher: Ein Übergreifen des Feuers auf den nahen Schweinemaststall und das Wohnhaus zu verhindern. Die Feuerwehr habe den Brand zunächst nur von außen bekämpft und erst dann die Halle vorsichtig geöffnet, schildert der Einsatzleiter das Vorgehen. Es sei vor allem darum gegangen, keine Menschen zu gefährden, betont Kempf. Es sei ihm sofort klar gewesen, dass es keinen Sinn mehr machte, zu versuchen, die Fahrzeuge rauszuholen. Es bestand bei dem Großbrand zu keiner Zeit eine Gefahr für Menschen, lobt die Polizei.
Während für den Großteil der Feuerwehrleute um 20.30 Uhr der Einsatz vorbei war, hielten die Floriansjünger aus Erlingen gestern Vormittag immer noch Brandwache. Da sich Stroh in der Halle befand, flackerte das Feuer immer wieder auf. Es musste nachgelöscht werden. Mit Essen und Trinken wurden die Feuerwehrleute von der Rot-Kreuz-Gruppe Meitingen versorgt. Acht Feuerwehren hatten an dem Abend Hand in Hand gearbeitet: Meitingen, Erlingen, Gersthofen, Herbertshofen, Eisenbrechtshofen, Biberbach, Dinkelscherben, Langweid sowie die Berufsfeuerwehr Augsburg.
Photovoltaikanlage brannte lichterloh
Der Schaden nach dem Großbrand ist beträchtlich. Auf dem Dach der 70 mal 25 Meter großen Halle war erst vor Kurzem eine Photovoltaik-anlage errichtet worden. Im Inneren standen Mähdrescher, Saatmaschinen und Hänger. Die Kriminalpolizei Augsburg war gestern fast den ganzen Tag vor Ort, um wegen der Brandursache zu ermitteln. Zu Dokumentationszwecken wurde sogar ein Polizeihubschrauber eingesetzt.
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Bilder vom Großbrand
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