Dienstag, 20. Februar 2018

22. Januar 2018 05:01 Uhr

Landkreis Augsburg

Kurzer Fasching, schneller Feiern

Die Saison in diesem Jahr ist bald schon wieder vorüber. Das bedeutet Eiltempo für alle, die dabei sind. Von Laura Gastl

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Nach dem Gardetreffen bei den Faschingskrachern in Welden heißt es für Laugnataler selbst schnell weiterfahren zum nächsten Termin. Im Bus wird dann schnell die Schminke aufgefrischt.
Foto: Andreas Lode

Fröhlich winkend marschieren die Tänzerinnen in ihren bunten Kleidern und mit viel Glitzer im Gesicht von der Bühne. Noch ein strahlendes Lächeln, dann ab in den Bus und schon geht es weiter zum nächsten Auftritt.

So läuft es im Moment ab bei vielen Gardetanzgruppen in der Region. Der diesjährige Fasching ist nämlich kurz, am 13. Februar ist schon Faschingsdienstag – das spüren auch die „Laugnataler Faschingskracher“, die im Eiltempo 30 Auftritte und drei Umzüge durchlaufen. Das hat Folgen für alle Aktiven. „Die Termine in diesem Jahr kommen geballter als sonst, das stimmt“, sagt die Weldener Gardetänzerin Tanja Drawin. Beim Benefiz-Gardetreffen am Samstag hatte ihre Tanzvereinigung, die Faschingskracher, Heimspiel. Die Veranstaltung mit zwölf verschiedenen Gardegruppen findet im Weldener Holzwinkelsaal für einen guten Zweck statt. Zu diesem Anlass sind Tanja Drawins Augen umrahmt mit Glitzersteinen, die Lider funkeln lila: „Wenn wir im Bus zum nächsten Auftritt fahren, wird der Lippenstift nachgezogen und das ein oder andere Steinchen nachgeklebt. Aber dabei haben wir immer eine große Gaudi.“

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Drei Aufführungen hat die Weldener Gardegruppe an diesem Tag zu meistern. Auch Sandra Berchtold tanzt seit mehr als zehn Jahren bei den „Laugnataler Faschingskrachern“ und ist Mitglied im Faschingsgremium: „Nach dem Auftritt im Holzwinkelsaal folgen noch zwei in Gundelfingen und Unterschöneberg. Deswegen können wir bei unserem eigenen Gardetreffen leider nicht bis zum Schluss dabei sein.“ Auf der anderen Seite sieht Tanja Drawin in den vielen Auftritten an einem Tag einen kleinen Vorteil: „Dann lohnt es sich zumindest, wenn wir uns vorher zwei Stunden lang schminken und stylen.“

Gerade an den Wochenenden zur Faschingszeit seien die Tänzer und Tänzerinnen voll eingespannt, erzählt Sandra Berchtold – auch ihre Augen glitzern lila zum passenden Kostüm. Dann gehen alle Gardemitglieder spät ins Bett und müssen früh wieder aufstehen. In Welden finden außerdem fünf eigene Veranstaltungen statt, angefangen mit dem Galaball und abgerundet mit einem Faschingsumzug. Auch die müssen vorbereitet werden und die Tänzer helfen mit. Zeit für Privates bleibt da nur unter der Woche, zur närrischen Hochsaison gibt es ein bisschen Freizeit nur ausnahmsweise: „An Weiberfasching haben wir zum Beispiel keinen Auftritt, dann gehen wir selbst feiern“, schmunzelt Sandra Berchtold. „Und wenn ich keinen Spaß am Gardetanz hätte und allem, was dazu gehört, wäre ich nicht schon so lange dabei.“

Doch das bunte Faschingstreiben muss auch mit dem Beruf vereinbart werden: Das fällt gerade Barbara Wiedemann nicht leicht, die seit dem vergangenen Jahr bei den „Laugnataler Faschingskrachern“ dabei ist. „Ich arbeite schichtweise in einer Bäckerei und das häufig nachts“, erzählt die 21-Jährige. Trotz wenig Zeit zum Ausruhen kann die Gardetänzerin noch lachen: „Bevor ich zum Gardetreffen gekommen bin, habe ich noch ein bisschen geschlafen.“

Schichtarbeit, Außendienst, Familie: Auch das Gersthofer Männerballett „DaLachia“ kennt die zeitlichen Schwierigkeiten mit 15 Auftritten zur Faschingssaison. Vorsitzender Hans Wohlmuth zählt auf, was zum guten Gelingen dazugehört: „Wichtig sind Organisation, Wille, Kameradschaft und Vertrauen. Wir sind alle berufstätig, doch wir haben viel Spaß!“ Mit einem Augenzwinkern fügt Wohlmuth hinzu: „Außerdem gibt es bei uns keine Zicken – nur Diven!“

Während die zwölf Männer auf ihren Auftritt beim Benefiz-Gardetreffen warten, herrscht ausgelassene Stimmung und viel Gelächter. Geprobt wird bei „DaLachia“ mit drei Trainerinnen, wie der Vorsitzende erklärt. Abgesehen vom Fasching kann das Gersthofer Männerballett auch privat gebucht werden. Er selbst habe in der Gruppe einen ganz besonderen Spitznamen: „Sie nennen mich Dorie, weil ich so vergesslich bin. So heißt auch ein Fisch mit der gleichen Eigenschaft im Film ‚Findet Nemo’. Denn gerade am Anfang mache ich immer viele Fehler bei den Tanzschritten.“ Da kann „Dorie“ nur über sich selbst lachen.

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