Lärmende Krähen im Gersthofer Nogent-Park bringen Nachbarn auf die Palme. Nun versucht man, mit ungewöhnlichen Maßnahmen gegenzusteuern. Von Simon Kaminski Von Simon Kaminski
Von Simon Kaminski
Gersthofen - Meitinger Verhältnisse in Gersthofen? Zumindest hat die Ballonstadt seit einiger Zeit ein Problem, mit dem sich die Verwaltung von Meitingen bereits seit geraumer Zeit herumschlägt.
Krähen haben den Nogent-Park für sich entdeckt, mit den bekannten Folgen: Bürger haben sich bereits im Rathaus über Lärm und Dreck beklagt, den die Tiere verursachen. Dicht an dicht haben die pechschwarzen Vögel ihre Nester gegenüber dem Hallenbad gebaut. Im Gersthofer Rathaus gingen einzelne Beschwerden über die Tiere ein. Anwohner haben eine Unterschriftenliste mit rund 30 Signets eingereicht. Die Bürger fordern, gegen die Krähen vorzugehen.
"Wir nehmen das Problem nicht auf die leichte Schulter", versichert Bürgermeister Jürgen Schantin. Allerdings seien der Stadt die Hände gebunden, nachdem die Brutzeit bereits begonnen hat. Gersthofen hat bereits mit Meitingen Kontakt aufgenommen. Im dortigen Schlosspark war eine Vergrämungsaktion durchgeführt werden, der jedoch kein durchschlagender Erfolg beschieden wurde. Immerhin konnte die Zahl der Nester reduziert werden (wir berichteten). Die Meitinger hatten dies rechtzeitig bei der Regierung von Schwaben beantragt. "In diesem Frühjahr kommen wir nicht mehr zum Zuge, vielleicht aber im Herbst oder im nächsten Jahr", so Schantin.
Er habe jedoch schon mit Musikvereinen Kontakt aufgenommen, um zu erreichen, dass es heuer zwei oder drei Konzerte, statt - wie gewohnt - nur einen Auftritt im Nogent-Park gibt. "Einmal wird so der Park belebt und zweitens hoffen wir, dass die Musik einen Teil der Krähen - es sind aktuell rund 35 Nester - vertreibt. Meine Sorge ist allerdings, dass die Vögel dann an einen anderen Ort in der Stadt wechseln", erklärt der Rathauschef.
Schantin betont, dass er sehr genau beobachten werde, wie sich die Situation in Meitingen entwickelt. Zuletzt war dort eine Flüssigkeit im Gespräch. Der französische Hersteller verspricht die "Lösung der Vogelplage". Es handelt sich um eine ölige Substanz, die einen Aromastoff enthält. Mit Spezialgeräten wird ein Nebel erzeugt, der die Krähen in die Flucht schlagen soll. Meitingen hat bei der Regierung beantragt, die "Wunderwaffe" einsetzen zu dürfen. Zurzeit prüft das bayerische Umweltministerium, ob das Mittel verwendet werden darf.
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