Das Rauchverbot für Kneipen hat viele dazu gebracht, die Zigarette wegzulegen. Elektronische Glimmstängel sind in
Landkreis Augsburg Feiner Qualm steigt auf, wenn sich Dieter Mayerhörmann seine elektronische Zigarette ansteckt. Er ist aufgrund des Rauchverbots auf die E-Zigarette umgestiegen. Und damit ist er nicht der Einzige.
„Die Zigarette stinkt nicht, ist gesünder und günstiger, und man darf sie in Lokalen rauchen“, fasst Dieter Mayerhörmann aus Dinkelscherben die Vorteile der neuen Zigarette zusammen. Auch seine Freundin profitiere vom Umstieg auf die E-Zigarette, denn das Passivrauchen gehe mit dem elektronischen Glimmstängel zurück, behaupten zumindest die Hersteller.
Das Funktionsprinzip der E-Zigarette erinnert an das einer Nebelmaschine: Per Knopfdruck oder per Zug wird die aromatische Flüssigkeit, die Liquid genannt wird, erhitzt. Dadurch entsteht der Rauch.
Über die Auswirkungen dieser Alternative gibt es allerdings noch keine medizinischen Forschungsergebnisse und Langzeitstudien, erklärt Dr. Martin Miller vom Gesundheitsamt des Landkreis Augsburg. „Richtig ist wohl, dass das Passivrauchen zurückgeht.“ Aber für den Raucher selbst sei die E-Zigarette nicht weniger schädlich als der herkömmliche Glimmstängel. „Im Gegenteil“, sagt Miller, denn das Liquid enthalte eine Menge ungesunder Stoffe.
Dieter Mayerhörmann sieht in der elektronischen Zigarette daher auch keinen dauerhaften Begleiter: Für ihn soll sie ein Sprungbrett ins rauchfreie Leben sein.
Bereits überwunden hat Doris Kretschmer, Pächterin der Pilsstube Parapluie in Neusäß, ihr ungesundes Laster. Und das eher ungewollt als aus Überzeugung. „Wenn ich in meiner eigenen Kneipe nicht rauchen darf, dann höre ich auf“, beschloss die Wirtin aufgrund des Rauchverbots vor eineinhalb Jahren. Nun qualmt sie seit mehr als einem Jahr nicht mehr. Aber nicht nur sie, auch einige Kunden von Doris Kretschmer haben das Qualmen wegen des Rauchverbots aufgegeben. Die Pächterin berichtet aber auch von finanziellen Einbußen. „Viele haben aus Wut aufgehört oder kommen aus Trotz gegen das Verbot nicht mehr“, klagt Doris Kretschmer. Denn zum Feierabendbier in der Pilsstube gehört die Zigarette bei vielen eben dazu.
Einen tendenziellen Rückgang an Rauchern beobachtet auch Tabakhändler Georg Kuru aus Gersthofen. Viele haben ihre Nikotinsucht überwunden. Gründe dafür sieht der Händler in dem steigenden Bewusstsein für Gesundheitsrisiken, in den ständigen Erhöhungen der Tabaksteuer, aber auch im Rauchverbot.
Mehreren Studien zufolge hat das Rauchverbot zudem zu einem Rückgang von Herzinfarkten geführt. „Es gibt einen Zusammenhang“, sagt Martin Miller, denn das Rauchen erhöhe das Risiko eines Infarkts gewaltig. Das Ziel des Verbots sei es ja eigentlich gewesen, die Nichtraucher vor dem Passivkonsum zu schützen. Dass nun aber immer mehr Raucher ganz auf die Zigarette verzichten, weil in Kneipen und öffentlichen Gebäuden das Qualmen nicht mehr erlaubt ist, ist für Miller „ein schöner Nebeneffekt.“
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