Die guten Nachrichten zuerst: Es gab keine Frosttage, es gab keine Eistage, es hat auch nicht geschneit. Die schlechten Nachrichten folgen auf dem Fuße: Es gab nur sechs Sommertage, es gab nur einen heißen Tag, nur einmal ward ein heiterer Tag gezählt, dafür aber 13 trübe. Von Julia Deibl
Landkreis Augsburg. Die guten Nachrichten zuerst: Es gab keine Frosttage, es gab keine Eistage, es hat auch nicht geschneit. Die schlechten Nachrichten folgen auf dem Fuße: Es gab nur sechs Sommertage (also mehr als 25 Grad), es gab nur einen heißen Tag (plus 30), nur einmal ward ein heiterer Tag gezählt, dafür aber 13 trübe.
Da soll der Wetterfrosch nicht Trübsal blasen, wenn er an den August 2010 denkt? Denn es kommt noch schlimmer: An 20 Tagen hat es mindestens 0,1 Millimeter geregnet, an 16 sogar mehr als 1,0 Millimeter. Was Wunder, dass der August als ein nasser Zeitgenosse in Erinnerung bleiben wird. In wasserdichten Fakten ausgedrückt: Üblicherweise regnet es im August 97,1 Millimeter _ so haben die Kollegen der Wetterstation in Augsburg festgestellt. Heuer waren es freilich 142,1 Millimeter; weshalb die Abweichung immerhin 46 Prozent beträgt. Wenn das kein Ausrufezeichen wert ist!
Wenn es viel regnet, scheint die Sonne nur selten...
Wenn es viel regnet, scheint auch die Sonne meist nur sehr selten. Im August 2010 war das nicht anders. Üblich sind 215,2 Stunden, aktuell waren es 157. Das ergibt eine Abweichung von minus 27 Prozent. Ein kellermäßiger Wert.
Kaum zu glauben, dass die Temperaturen gar nicht so schlecht waren, wobei sich allerdings die gemessenen mit den vom Wetterfrosch gefühlten doch deutlich unterscheiden. Also: langjähriges Mittel 16,7 Grad Celcius, aktuell August 2010 16,3 Grad, macht eine Abweichung von minus 0,4 Grad. Von Klimaerwärmung hat zumindest in diesem August kaum jemand gesprochen. Das hätte selbst dem ansonsten so geschwätzigen Wetterfrosch vermutlich die Sprache verschlagen.
Doch jetzt gehen wir mal schön den ganzen August der Reihe nach durch. Den hatte unser Wetterfrosch mit seiner Fröschin schon ein wenig mit Argusaugen betrachtet, fehlten doch zwei rote Daten, sprich: zwei Feiertage: Der 8. August (Friedensfest in Augsburg) fiel ebenso auf einen Sonntag wie Mariä Himmelfahrt, der 15.. Arbeitnehmerfreundlich war das nicht gerade. Doch dafür fiel im Büro die Diskussion über mögliche Brückentage und wer sie beschreiten darf, ins Wasser. Der 1. August legte los wie ein Düsenjäger. Sprich: Mit einer Windgeschwindigkeit von 18,5 war es die ganzen 31 Tage nie mehr so windig. Irgendwie hat der Sturm aber die Wolken weggepustet, denn der 1. war mit 13,2 Stunden auch der sonnigste Augusttag.
Bereits der 6. wartete mit dem nächsten Superlativ auf: 26,3 Millimeter Regen waren spitzenmäßig für den August. Da fiel selbst dem Wetterfrosch, der ja zur Gattung der Amphibien zählt, nichts mehr ein. Zumal es am Vortag schon geschüttet hatte, als ob die Welt untergehen möchte - 18,3 Millimeter, der dritthöchste Augustwert, nur der 30. mit 18,7 legte sich dazwischen.
Der 22. Auguts war der heißeste Tag
Die Temperaturen pendelten in jenen Tagen immer so um Mittelwerte von 12 bis maximal 19 Grad. Eine Ausnahme dann um den 21. und 22. August herum. Am 21. war der Luftdruck mit 968,8 Hektopascal so hoch wie den ganzen Monat nicht mehr. Und dafür bescherte uns der nächste Tag, der 22., mit 31,1 Grad auch den heißesten Tages- und mit 22,1 Grad auch den höchsten Mittelwert. Sollte es doch noch richtig Sommer werden?
Denkste. Es blieb zwar durchaus warm, doch unter einem heißen August stellt sich der Wetterfrosch schon was anderes vor, als zum Beispiel die 5,3 Grad, die am 31. als niedrigster Wert gemessen wurden. Nicht von ihm persönlich, das räumt er freiwillig ein. Für solche sommerlichen Nicht-Temperaturen schält er sich zu keiner Tages- und Nachtzeit aus seinen warmen Federn.
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