Vor vier Jahren schwänzten viele die Landratswahl. Darauf setzt Fritz Effenberger, der Bezirkschef der Piratenpartei. Von Florian Eisele

Gut möglich ist es, dass es in Langweid und in Schwabmünchen eigene Kandidaten für den Posten des Rathauschefs geben wird – dort finden schon regelmäßige Stammtischtreffen statt. Derzeit gibt es noch keinen Ortsverein im Kreis, sondern nur einen für Stadt und Land zusammengefassten Kreisverband. Der hat rund 250 Mitgliedern, von denen etwa 120 aus dem Landkreis stammen. Und es werden fast täglich mehr.
Wie stark der Zuspruch ist, wird durch die Mitgliederzahlen belegt. „Im Sommer 2011 hatten wir im Bezirksverband 300 Mitglieder – jetzt sind es 750“, sagt Effenberger. Der stärkste Zustrom stamme derzeit von der Generation 60plus: „Das sind Leute, die voll im Berufsleben standen, jetzt pensioniert sind und noch mal etwas bewegen wollen.“
Konkret sollen im Herbst dieses Jahres die schwäbischen Nominierungsveranstaltungen für Bundestags- und Kommunalwahl stattfinden. Auch ein eigenes Parteiprogramm ist für diesen Termin geplant. Dass es bislang noch keines gibt, sieht Effenberger gelassen. Es sei gut möglich, dass es auch danach Themen gebe, zu denen sich die Piraten noch nicht positioniert haben. „Wie müssen nicht zu jedem Thema eine Meinung haben. Die anderen Parteien haben ja zu allem eine Meinung. Aber sind wir mit denen etwa glücklich?“
Dass es auch im Landkreis Augsburg ein hohes Maß an Frustration mit dem politischen System gebe, davon ist Effenberger überzeugt: „Die Beteiligung an der Landratswahl war erbärmlich.“ 2008 gingen im Landkreis fast 40 Prozent der Stimmberechtigten nicht an die Wahlurne. Genau die Nichtwähler aber vermochte die neue Partei, die bereits in drei Landesparlamenten sitzt, zuletzt anzusprechen.
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