Montag, 26. Februar 2018

03. Februar 2018 00:34 Uhr

Kompromisssuche

Rinderstall: So geht es jetzt weiter

Die Landwirte Rittel könnten bald Baurecht an der Lindenstraße haben. Warum sie glauben, dass in Diedorf mit zweierlei Maß gemessen wird

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Warum ist der Diedorfer Gemeinderat überhaupt auf der Suche nach einem alternativen Standort für das landwirtschaftliche Projekt des Aussiedlerhofs mit Hofladen? Die Hintergründe hat Bürgermeister Peter Högg auf der Sitzung des Gemeinderats vor gut 100 Zuhörern erläutert. Dabei ging er auch auf die Fragen der Bürgerinitiative ein, die diese dem Gemeinderat vor der Sitzung schriftlich vorgelegt hatte.

Högg erinnerte zunächst daran, dass der Gemeinderat das Vorhaben am ursprünglichen Standort an der Lindenstraße zwischen Diedorf und Lettenbach schon vom ersten Antrag an abgelehnt habe. „Wir nehmen die Bedenken aller Bürger ernst“, betonte er. Denn auch in Lettenbach gibt es Bedenken gegen das Vorhaben. Gleichzeitig, so der Bürgermeister, habe der Investor jedoch das Recht, den Hof zu bauen. Die einzige Lösung für die Gemeinde sei nun, nach einer verträglichen Lösung für alle Beteiligten zu suchen. Aus diesem Grund habe die Gemeinde Landwirt Alois Rittel und seinem Sohn Johannes auch bereits drei alternative Standorte im Gemeindebereich vorgeschlagen: zwei in der Nähe der Bahnlinie und einen in Willishausen. Die seien jedoch von den Landwirten abgelehnt worden.

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Anders sah es zunächst bei der Möglichkeit aus, den Hof auf dem Feld Großberglohe anzusiedeln. Im Gespräch mit der Augsburger Allgemeinen hatte Alois Rittel betont, er könne nur auf einen Ausweichstandort in der Nähe seiner Felder eingehen, um unnötigen Verkehr zu vermeiden. Diese Möglichkeit habe dort bestanden. Zweimal hatte die Gemeinde die rund 20 Grundstückseigentümer eingeladen, um mit ihnen über einen Verkauf oder Tausch ihrer Flächen zu verhandeln. Nach anfänglichem Zögern seien einige von ihnen dazu auch bereit gewesen, so Högg weiter.

Allerdings war das Projekt bereits zu diesem Zeitpunkt öffentlich bekannt geworden – und hatte dem Bürgermeister den Vorwurf eingebracht, die Anwohner nicht frühzeitig informiert zu haben. „Das ist nicht optimal gelaufen“, sagte er jetzt auf der Gemeinderatssitzung. Jedoch habe man erst mit den Grundstückseigentümern der Felder sprechen wollen und dann mit den Anwohnern. Zu spät sei das noch nicht.

Da dieser Kompromissvorschlag inzwischen jedoch vom Gemeinderat auch auf Druck der Bürgerinitiative abgelehnt wurde, muss zunächst ein Gericht entscheiden: Am 22. Februar treffen sich die Parteien vor dem Augsburger Verwaltungsgericht. Dabei geht es um die Rechtmäßigkeit der Rückstellung des Bauantrags an der Lindenstraße. Den hatte die Gemeinde vor gut einem dreiviertel Jahr beim Landratsamt eingereicht. Sie wollte damit Zeit gewinnen, den neuen Flächennutzungs- und einen Bebauungsplan für die Ortsränder von Lettenbach und Diedorf zu entwickeln. Dem stünde der Aussiedlerhof im Wege. Doch das Baugebiet habe für die Gemeinde eine wichtige Bedeutung, so Högg im Rat. Sollte das Gericht entscheiden, die Rückstellung sei nicht richtig gewesen, werde der Gemeinderat deshalb sofort eine Veränderungssperre für den Bereich Lindenstraße beantragen. Das bedeutet, dass der Bauantrag, der entscheidungsreif im Landratsamt liegt, dann weitere zwei Jahre lang unbearbeitet bleiben könnte.

Dennoch hofft der Bürgermeister weiter, dass bis zum Frühjahr, wenn die Rückstellung des Bauantrags an der Lindenstraße regulär ausläuft, ein Kompromiss mit den Landwirten Rittel gefunden wird. Noch seien alle Parteien gesprächsbereit, sagte er. Irgendwann seien jedoch die Argumente ausgetauscht, dann müsse man eben vor Gericht sehen, wer recht bekäme.

Ernüchtert zeigte sich gestern Alois Rittel nach dem Verlauf der Sitzung. Überall werde das Konzept des Hofladens angepriesen – nur in Diedorf wolle man den wohl nicht haben. Er habe inzwischen den Eindruck, in Diedorf werde mit zweierlei Maß gemessen. Im Ortsteil Willishausen seien gerade Reihenhäuser nur 25 Meter von einem Stall mit Milchkühen entstanden – das störe keinen. Zuchtbullen erzeugten hingegen viel weniger Emissionen. „Nur bei uns wird so eine Farce aufgeführt“, so Alois Rittel.

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Ein Artikel von
Jana Tallevi

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