Landkreis/Bobingen Fans schauten am Wochenende auf das Grab von Roy Black, und nicht wenige Medien schauen auf die Fans. In den Anfragen der Kollegen geht es gar nicht um den Straßberger Schulbuben Gerd Höllerich oder den späteren Sänger und Schauspieler Roy Black. Auch interessiert niemanden wirklich genau, ob er vor 18 Jahren an seinem kranken Herzen oder an der traurigen Seele starb. Alte Legenden werden gesammelt und immer neu aufbereitet. Eigentlich gibt es nichts Neues, und doch bleibt alles interessant. Von Pitt Schurian
Zum Teil, weil wichtige Bestandteile des Phänomens Roy Black typisch für die Faszination tragischer Helden sind: der Ruhm großer Erfolge, die tragische Zerrissenheit zwischen dem verkörperten Ideal und der oft traurigen Wirklichkeit im privaten Leben, die Spekulationen um das frühe Ende.
In Bobingen geborgen
Stars werden geboren und verblassen. Doch Roy Black klingt noch heute aus Lautsprechern. Das wird von den Massen belächelt und doch genossen. Wer trällerte nicht selbst schon seine Schlager, gab sich der Stimmung einer heilen Welt hin? Offen bekennen sich dazu nur die wackeren Fans. Sie zeigen damit Mut in einer Umgebung, die sich nüchtern gibt und doch genießt, wie Unterhaltungskünstler selbst zum Thema von Unterhaltung werden.
Zwei Seiten hat Roy Black auch in Bobingen. Die Stadt ist nicht im Starfieber, genießt jedoch wohlwollend die Aufmerksamkeit eines Geburtsortes durch
Eingemeindung. Sie widmete ihrem berühmten Sohn einen Straßenzug und nennt ihn juristisch korrekt nach Gerd Höllerich - nicht Roy Black.
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