Der Mann fühlte sich durch Lärm gestört und bremste den Bus voll ab. Dadurch wurden zwei Kinder verletzt, ein Mädchen verlor einen Zahn. Von Florian Eisele

Einem Schulbusfahrer sind am Freitagnachmittag die Sicherungen durchgebrannt. Der Mann fühlte sich durch den Lärm der Kinder so gestört, dass er mit seinem Bus abrupt eine Vollbremsung vollführte. Durch die Wucht des Aufpralls wurden mehrere Kinder verletzt. Der Fahrer war mit einem voll besetzten Bus unterwegs, in dem etwa 20 Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren saßen und war von Gersthofen in Richtung Ellgau unterwegs.
Zwischen Erlingen und Herbertshofen wurde ihm der Geräuschpegel offenbar zu hoch, so dass er zu einer höchst gefährlichen „erzieherischen“ Maßnahme griff: Auf freier Strecke und ohne Grund brachte er seinen Bus mit einer Vollbremsung plötzlich zum Stehen. Dadurch wurden mindestens zwei Kinder so schwer verletzt, dass sie von dem Vorfall länger andauernde Verletzungen davon trugen.
So schlug sich beim Aufprall ein zehn Jahre altes Mädchen einen Teil des Schneidezahns ab und erlitt Prellungen an der Hüfte und den Beinen. Ein neunjähriger Bub erlitt eine Gehirnerschütterung sowie Prellungen und Blutergüsse im Kopfbereich und im Genick. Doch auch nach dem Vorfall zeigte der Busfahrer kein Zeichen von Reue – im Gegenteil: Der Mann kam anschließend zu den verletzten Kindern und schrie ihnen zu, jetzt endlich still zu sein, sonst müssten sie nach Hause laufen.
Die Eltern der beiden Meitinger Kinder meldeten den Vorfall unabhängig voneinander und noch am Freitagabend bei der Gersthofer Polizei, die die Ermittlungen mittlerweile aufgenommen hat. Den Busfahrer, dessen Personalien derzeit ermittelt werden, erwarten nun Anzeigen wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und Körperverletzung. Nach Auskunft der Polizei gilt es als wahrscheinlich, dass noch mehr Kinder durch die Aktion des Busfahrers verletzt wurden, die Eltern diesen Vorfall aber bislang nicht gemeldet haben.
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