Gersthofen will sein Stadtzentrum stärken. Und zugleich die Händler in der Stadtmitte stärken. Nach einem Gutachten stellt die Stadt eine Sortimentsliste auf, die die Konkurrenz großer Märkte verringern soll. Von Gerald Lindner


Hauptpunkt war die Aufstellung einer "Gersthofer Sortimentsliste". Sie gliedert sich auf in "zentrenrelevante Sortimente", "nahversorgungsrelevante Sortimente" und "nicht zentrenrelevante Sortimente". Mithilfe dieser Liste soll die Stadt zum Beispiel vermeiden können, dass sich im Hery-Park noch ein weiterer Lebensmittelmarkt ansiedelt, der Kunden aus dem Stadtzentrum abzieht. Damit sei man auch rechtlich auf der richtigen Seite: "Zentrale Versorgungsbereiche sind grundsätzlich in ihrer Funktionsfähigkeit als schutzwürdig zu erachten. Dies hat das Bundesverwaltungsgericht kürzlich in einem Urteil festgestellt", so Hörmann. Das bedeute, die Stadt kann ihre Planungshoheit nutzen und das Sortiment einschränken, um ein Ausbluten des Zentrums zu verhindern. Eine grundsätzliche Aufgabe sieht Christian Hörmann darin, die Qualität in der Innenstadt zu stärken. "Bislang ist das Angebot in etwa gleichwertig mit dem, was die großen Märkte im Hery-Park oder im Umfeld des Marktkaufs an der Augsburger Straße bieten."
Mit drei Kernpunkten hatten sich die Workshops befasst. Sie kamen zu folgenden Ergebnissen:
Städtebau Höchste Priorität hat die Verdichtung des Kernbereichs, zum Beispiel die nicht genützten Grundstücke in der Bauern-, Augsburger und Donauwörther Straße. Dies sei aber als langfristige Strategie zu sehen: "Es wird nicht alles sofort überplant und abgerissen", betonte Hörmann.
Angebot Die Erreichbarkeit der Geschäfte ist sehr gut, das Angebot gut. Optimal wäre die Einführung von für alle Händler geltenden Kernöffnungszeiten, beispielsweise von 10 bis 17 Uhr.
Kooperation Die Zusammenarbeit zwischen Stadt, Gewerbe und Handel ist durchaus noch ausbaufähig. Ein wichtiges Ziel ist die Reaktivierung des Gewerbevereins, der seit Jahren ein tristes Dasein fristet. Dessen Vorsitzender und Stadtrat Albert Heckl zeigte sich skeptisch, was die Erfolgsaussichten betrifft, versprach aber, sich dafür einzusetzen.
Neben der Förderung der Innenstadt sieht Hörmann noch Erweiterungsmöglichkeiten beim ehemaligen Lomo-Gelände, der Hery-Park solle in seinem Bestand gesichert werden, allerdings gibt es Erweiterungen nur bei nicht zentrenrelevantem Sortiment. Eine große Bedeutung könne das Lomo-Gelände noch hinsichtlich des Augsburger Großprojekts "Portal Nordwest" erhalten. "Das Kaufland ist nur der Vorbote, wir werden über kurz oder lang darauf reagieren müssen, dass uns Augsburg dort nicht die Kunden abzieht", betonte Bürgermeister Jürgen Schantin.
Eine Weiterentwicklung im Norden Gersthofens im Umfeld der Discounter am Mercedesring hielt der Gutachter für nicht sinnvoll. Einmütiges Lob fanden die Vertreter der Fraktionen für die Sortimentsliste. Sie soll nun nach einstimmigem Beschluss des Ausschusses Grundlage für künftige Ratsentscheidungen über Einzelhandelsvorhaben sein.
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