Dienstag, 21. Mai 2013

12. Mai 2012 10:27 Uhr

Rettungshubschrauber am Klinikum

Sorgen in der Einflugschneise

Ein Anwohner in Neusäß fürchtet gesundheitliche Auswirkungen und einen Wertverlust seines Hauses. Der Bürgermeister hält dagegen. Von Martin Deibl

Auf dem Dach des Klinikums in 56 Metern Höhe wird der Rettungshubschrauber landen. Diese Computeranimation hat das, was im ersten Quartal 2013 Realität werden soll, bereits vorweggenommen.
Foto: Klinikum Augsburg

Beeinträchtigt die Stationierung eines Rettungshubschraubers am Klinikum in Augsburg die Gesundheit der Anwohner, speziell in Neusäß? Ja, meint Dr. Manfred Cantner, der zudem um den Wert seines Hauses in der Lorzingstraße und erhebliche Lärmbelästigung fürchtet. „Der Hubschrauber fliegt direkt über unser Haus, das Anwesen ist vielleicht nur noch die Hälfte wert“, klagte seine Ehefrau bei der Bürgerversammlung für den Hauptort Neusäß.

Auch die Nachbarn fürchten eine Wertminderung, auch wenn sie sich nicht zu Wort melden. Im Gegensatz zu Dr. Cantner, der seine Bedenken in einem schriftlichen Antrag an die Bürgerversammlung vorbrachte, in dem er zudem die schlechte Information der Öffentlichkeit beklagte.

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Ein Vorwurf, den Bürgermeister Hansjörg Durz im Zusammenspiel mit Gerald Adolf, Leiter der Bauverwaltung, mit einer detaillierten Terminauflistung zurückwies. Durz erinnerte dabei auch an die 42000 Unterschriften („darunter eine Vielzahl von Neusäßern“), die sich für die Stationierung des Rettungshubschraubers am Klinikum stark gemacht hatten und damit letztlich dazu beitrugen, dem Standort Donauwörth den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Höchster Start- und Landeplatz in Deutschland

In Neusäß hatte sich eine Bürgerinitiative gegründet, die vor allem gegen einen Landeplatz auf dem Dach des Wirtschaftsgebäudes zu Felde zog. Er habe bereits zuvor mit dem Klinikum gesprochen, um nach Alternativen zu suchen, erläuterte der Neusäßer Rathauschef weiter. Mit der Folge, dass nun das Hauptgebäude um zwei Stockwerke erhöht werde, damit dort in 58 Metern Höhe die Rettungshubschrauber starten und landen können – laut Adolf der höchste Start- und Landeplatz in Deutschland.

Dies werde sich positiv auf das Umfeld des Klinikums auswirken. Zudem werde der Helikopter beim Start 40 Meter in die Höhe ziehen und anschließend im Elf-Grad-Winkel abfliegen.

Das Luftamt Südbayern prognostiziere 500 bis 600 Flugbewegungen im Jahr. Statt bisher ein bis zwei Flüge am Tag werde es künftig maximal sechs bis sieben geben, ergänzte Durz. Da zudem ab 22 Uhr keine Mannschaft für den Rettungshubschrauber am Klinikum bereitstehe, werde sich die Zahl der Nachtflüge sehr in Grenzen halten und auf absolute Notfälle konzentrieren, wenn etwa der Heli aus München komme.

Stadt leitet lediglich Briefe ans Innenministerium weiter

Auf mögliche gesundheitliche Belastungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die Dr. Cantner befürchtet, gingen Durz und Adolf nicht ein. Begründung: Die Stadt könne hier nicht tätig werden, das müssten die Bürger selbst tun. Man habe jedoch alle Briefe, in denen Anwohner ihre Sorgen zum Ausdruck brachten, ans Innenministerium weitergeleitet.

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