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09. März 2010 17:20 Uhr

Stadtbergen

Sybille und Heinrich Schiller über Göttergatten und Rosenkrieger

In keinem Duett wird so falsch gespielt wie in der Ehe. Dass der Lebensbund aber äußerst humorvolle Facetten aufweist, hat das Ehepaar Sybille Schiller und Heinrich Schiller nun in seiner vergnüglichen Konzertlesung "Lob der Ehe" im Stadtberger Bürgersaal bewiesen. Von Daniela Ziegler

Reise durch die Irrungen und Wirrungen der Ehe
Foto: ALFA
Stadtbergen. In keinem Duett wird so falsch gespielt wie in der Ehe. Dies ist zumindest die Überzeugung einiger eingefleischter Junggesellen und Heiratsgeschädigter. Dass der Lebensbund jedoch äußerst humorvolle Facetten an den Tag legen kann, hat das Ehepaar Sybille Schiller (Kulturjournalistin) und Heinrich Schiller (Privatmusiklehrer) nun in seiner vergnüglichen Konzertlesung "Lob der Ehe" im Stadtberger Bürgersaal bewiesen.

Mit treffenden Texten namhafter Autoren luden die beiden Kunstliebhaber auf eine kurzweilige Reise zu den Irrungen und Wirrungen der eingetragenen Lebensgemeinschaft ein.

Den Auftakt markierte das Gedicht "Ein Eh'stand ist alsdann beglückt" von Christian Fürchtegott Gellert, worauf ein unterhaltsamer Querschnitt durch die literarische Welt der Göttergatten und Rosenkrieger folgte. Die kurzen Limericks von Eugen Roth ("Entomologisches") amüsierten gleichermaßen wie die "ungehaltene Rede einer ungehaltenen" Katharina Luther über das Liebesleben ihres revolutionären Kirchenmannes. Mark Twain suchte die Geheimnisse der Zweisamkeit bei Adam und Eva, die Gebrüder Grimm sahen sie bei Agilulf und Theudelind.

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Die weinseligen Gäste aufs Korn genommen

Doch Sybille Schiller entdeckte auch wehmütigere Aspekte des Ehelebens wie etwa in den vergänglichen Sommernachtsträumen der Adele Schreiber. Den literarischen Höhepunkt des Abends bildete aber zweifellos Kurt Kusenbergs feucht-fröhliche Anekdote "Ein schönes Hochzeitsfest", welche statt des Liebesrausches die Trunkenheit der weinseligen Gäste aufs Korn nimmt.

Nicht immer in den höchsten Tönen, wohl aber in passenden Flügelklängen lobte Heinrich Schiller den Lebensbund: Abwechslungsreich zeichnete der Kirchenmusiker ein eigenes klangvolles Bild der Ehe, welches sich quer über die Jahrhunderte erstreckte. Der getragene Hochzeitsmarsch durfte dabei ebenso wenig fehlen wie der Evergreen "Ganz in Weiß" von Roy Black. Ob ein beschwingter Smetana ("Die verkaufte Braut") oder ein wuchtiger Wagner ("Elsas Brautgang zum Münster"): Die Stücke waren stimmig in das Programm eingebunden und gaben den Zuhörern immer Zeit, die Texte der Lesung auf sich wirken zu lassen.

Ob verheiratet oder ledig - einig waren sich am Ende alle Bürgersaalbesucher: Das Lob gebührt nicht alleine dem Lebensbunde, sondern vor allem den beiden versierten Interpreten. Diese boten mit viel Witz und Charme ein musikalisch-literarisches Potpourri rund um das schillernde Spielfeld der Ehe und hielten dem Publikum auf herzerfrischende Weise vor Augen, dass (ge)traute Paare eben auch nur Menschen sind.

Der Applaus ließ zudem erahnen, dass wohl einige der Gäste dem Duo an diesem Abend die Treue geschworen haben und bei der nächsten Schiller'schen Einladung vielleicht gerne wieder sagen werden: "Ja, ich will."

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