Samstag, 18. November 2017

14. November 2017 09:00 Uhr

Landkreis

Torhagel im Graupelsturm

Warum an einem Sonntag, an dem man eigentlich keinen Hund vor die Tür jagen sollte, trotzdem gekickt wurde und was dabei alles Kurioses passierte

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Dauerregen, kalter Wind – vor allem der Sonntag war garstig. Kein Wunder, dass viele Vereine ihre Plätze als unbespielbar meldeten und die angesetzten Spiele abgesagt wurden. Diesmal musste wirklich nicht spekuliert werden, ob die Absage denn „taktische“ Gründe haben könnte oder – noch schlimmer – der „Joker“ gesetzt worden war. Es war definitiv kein Fußballwetter!

Aber: Spielabsagen und - durchführungen sind einfach nicht kalkulierbar. Warum wurde zum Beispiel in Hollenbach oder Adelzhausen gekickt, während ringsum abgesagt, als später dann ein Graupelschauer niederging die Partien SC Oberbernbach – DJK Stotzard und WF Klingen – TSV Kühbach sowie SV Klingsmoos – SC Rohrenfels abgebrochen wurden? Absage oder nicht – es wird ein Geheimnis bleiben.

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„Ich bin ein Freund, zu spielen, wenn es zu spielen geht“, sagt Torsten Vrazic, der Abteilungsleiter des TSV Meitingen, „aber das waren keine regulären Bedingungen. Aber Hollenbach wollte unbedingt spielen.“ Vor allem der Treffer zum 2:0, sei im wahrsten Sinne des Wortes „durch den Wind“ gewesen. Der Abschlag von Torhüter Tobias Hellmann blieb in der Luft stehen und kam wie ein Boomerang zurück. „Mit Wind war Hollenbach besser, mit Graupel wir“, so Vrazic, der die beiden späten Tore von Alexander Heider zum 2:2 im dichten Schnee- und Regengemisch gar nicht mehr gesehen hat. „Wir haben bei diesen Kackwetter eine tolle Moral gezeigt uns sind deshalb mit einem blauen Auge davongekommen“, bezeichnete er den Einstand des neuen Trainers Paolo Mavros dennoch als geglückt. „Über die beiden Gegentore müssen wir allerdings diskutieren.“

Vogelwild war es, was die fröstelenden Zuschauer in Adelzhausen geboten bekamen. Auf tiefem, glitschigen Rasen bei böigem Wind gab es zwölf Treffer, drei Strafstöße, drei Rote Karten – so einen ungewöhnlichen Fußballnachmittag erlebt man selten. „Ein irres Spiel“, konstatierte Peter Eggle, der Trainer des BC Adelzhausen nach dem 7:5 gegen den FC Horgau. Zu diesem Spektakel hat nicht nur Wettergott Petrus sondern auch Schiedsrichter Uhrmann aus Kaufbeuren beigetragen. Er zog sich vor allem den Zorn des FC Horgau zu. „Die beiden Roten Karten waren schon eine sehr harte Bestrafung“, so Spielertrainer Franz Stroh, dem jetzt mit Markus Metzler und Tobias Kirschner zwei weitere Spieler fehlen werden. In den Schlussminuten brachten ihn unerklärliche Schiri-Entscheidungen auf die Palme: „Vor den beiden letzten Gegentreffern hätte er das Spiel unterbrechen müssen, da jeweils ein Foulspiel voraus ging“, so Franz Stroh. „Die sieben Gegentreffer müssen wir uns aber schon selbst zuschreiben. Da hat der Schiedsrichter keinerlei Schuld.“

Dass selbst Spiele auf Kunstrasen unterbrochen werden, hat man auch noch nicht so oft gesehen. Kurz nach der Pause fegte ein Regen- und Graupelsturm über den Neusässer Lohwald, wo sich die SpVgg Westheim und der TSV Leitershofen ein hitziges Gefecht lieferten. Schiedsrichter Stefan Ebenbeck schickte beide Teams für zehn Minuten in die Kabinen.

Vor allem beim trainerlosen TSV Leitershofen war man nicht begeistert, antreten zu müssen. „Da waren wir schon etwas angefressen“, verriet Kapitän Markus Bröll. Entsprechend giftig und gallig traten die Schwarz-Gelben auf.

Nach dem überraschenden Rücktritt von Karl-Heinz Pecher (Bröll: „Was er wollte, konnten wir ihm nicht geben.“) hatte Abteilungsleiter Oswald Seizinger die Trainerposition zur Chefsache erkoren und die Seinen glänzend eingestellt. „Ossi hat das mit uns und für uns gemacht und wieder eine Hierarchie hinein bekommen“, so Markus Bröll. Er selbst kann sich übrigens nicht vorstellen, einmal das Traineramt zu übernehmen: „Ich bin einer, der immer das ist. Ich glaube, Entschuldigungen per WhatsUp könnte ich nicht akzeptieren.“

Am Samstag konnte überwiegend noch gekickt werden. Für den TSV Neusäß war der Kunstrasen der Fluch der guten Tat. Nach zwei derben Klatschen hätte man wohl gerne abgesagt. „Was bringt das?“, fragte Abteilungsleiter Dr. Ernst Krendlinger nach der erneuten 0:3-Niederlage gegen den FC Heimertingen. Trotzdem versucht man natürlich, in der Winterpause Verstärkungen an Land zu ziehen. Um das Unmögliche möglich zu machen, den Klassenerhalt zu schaffen, wären nach Krendlingers Dafürhalten allerdings drei gestandene Bezirksliga- oder Landesligaspieler notwendig. „Wir versuchen alles. Angesichts unserer misslichen Tabellensituation haben wir allerdings schlechte Karten, sobald wir von einem möglichen Neuaufbau in der Kreisliga sprechen.“

Sorgenvolle Mienen auch bei den Spielleitern. Während in den Augsburger Ligen nur noch Nachholspiele anstehen, hält der Terminplan für Landesliga, Bezirksliga und den Kreis Donau noch zwei komplette Spieltage parat. Ob das gut geht? Einige Mannschaften sind schon mit mehreren Partien im Rückstand. Sollte Petrus die Fußballer, die bisher hauptsächlich aus „taktischen Gründen“ abgesagt haben, weiter im Regen stehen lassen, könnte es im Frühjahr schnell eng werden.

Viele Termine bleiben da nicht mehr, so dass Bezirksspielleiter Reinhold Mießl schon einmal den 3. Dezember ins Auge gefasst hat, obwohl der kein offizieller Nachholtermin ist. „Wenn sich die Vereine einigen, könnte gespielt werden“, so Mießl. Anfang Dezember hat man ja auch schon frühlingshafte Temperaturen erlebt.

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