Dienstag, 24. Oktober 2017

15. Juli 2017 11:27 Uhr

Landkreis Augsburg

Überwachungskamera filmt Mann beim Missbrauch seiner Tochter

Eine junge Mutter hat einen schrecklichen Verdacht und überführt ihren Lebensgefährten des Kindesmissbrauchs. Jetzt stand der Mann aus dem Landkreis Augsburg vor Gericht.

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Mit einer heimlich installierten Überwachungskamera lieferte eine Mutter den Beweis für den Missbrauch ihrer Tochter.  
Foto: Symbolfoto: Inga Kjer/dpa

Zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und acht Monaten ohne Bewährung hat das Jugendschöffengericht in Augsburg am Freitag einen Mann aus dem Landkreis Augsburg verurteilt. Der 38-Jährige hatte seine dreijährige Tochter sexuell missbraucht und überdies auch noch mehr als 200 Pornos mit Kindern und Jugendlichen besessen.

Die Beweislast war erdrückend

Dem Urteil vorangegangen war ein „Deal“ zwischen Gericht, Verteidigung, Staatsanwaltschaft und Nebenklage. Im Gegenzug für ein Geständnis erhielt der Mann eine mildere Strafe. Er ließ über seinen Verteidiger Florian Engert eine Erklärung verlesen, in der er alle Vorwürfe einräumte. So wurde allen Beteiligten eine lange und belastende Beweisaufnahme im Gerichtssaal erspart, bei der möglicherweise sogar das kleine Kind hätte aussagen müssen.

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Allerdings war die Beweislast gegen den Mann erdrückend. Wichtigstes Indiz der Staatsanwaltschaft war ein Video, das eine heimlich von der Mutter der Dreijährigen installierte Überwachungskamera aufgezeichnet hatte. Es zeigt, wie sich der Mann an seiner eigenen Tochter verging.

Bundesweit stellen die Behörden einen Anstieg der sexuellen Gewalt gegen Kinder fest. Im vergangenen Jahr waren es mehr als 14 000 erfasste Fälle, die Dunkelziffer dürfte noch höher sein. Der Hilfsverein „Innocence in Danger“ spricht von bis zu einer Million Opfer im Kindesalter. Bei einer Studie der Universität Ulm unter 2500 Bundesbürgern im März vergangenen Jahres gab fast jeder Siebte an, er sei schon einmal Opfer sexueller Gewalt geworden.

In dem Fall, der am Freitag vor Gericht verhandelt wurde, verging sich der Vater zwischen Spätherbst und Januar mindestens dreimal an seiner dreijährigen Tochter. Diese erzählte es – so gut es ein Kleinkind eben kann – ihrer Mutter. Die 37-Jährige, die mit dem Angeklagten noch einen älteren Buben hat, war völlig überrascht, reagierte aber schnell und besorgte sich eine Überwachungskamera. „Ich wollte absolute Gewissheit haben“, sagte sie gestern als Zeugin vor Gericht.

Als die Frau an einem Samstag ausging, versteckte sie die Kamera in der Puppenstube und sichtete am Morgen, was das Gerät mit Blick auf das Kinderbettchen aufzeichnet hatte. Eine kurze Sequenz genügte, dann klappte sie das Notebook zu, packte eine Tasche und verließ mit ihren Kindern panisch das Haus. Sie suchte Zuflucht bei einem Bekannten, ging zur Polizei.

Mehr als 200 Pornos mit Kindern und Jugendlichen gefunden

Wenige Tage später wurde der Mann festgenommen, sitzt seit Mitte Januar in Untersuchungshaft. Auf seinen Rechnern fanden die Ermittler mehr als 200 pornografische Aufnahmen mit Kindern und Jugendlichen. Als Gründe für seine Tat nannte der Mann in einer Erklärung, die sein Anwalt abgab, Neugier sowie einen gewissen Frust über seine Beziehung. Seine frühere Lebensgefährtin hat die letzten Wochen vor der Verhaftung dagegen anders in Erinnerung: „Es lief eigentlich wieder ganz gut.“

Während die Mutter am Freitag in der Verhandlung immer wieder mit den Tränen kämpfte, saß der Angeklagte lange Zeit stumm und fast regungslos auf seinem Stuhl. Erst zum Schluss äußerte er sich persönlich zu seinen Taten. „Es tut mir alles unendlich leid.“

Richterin Ortrun Jelinek betonte in der Urteilsbegründung, dass den Mann nur sein Geständnis vor einer längeren Haftstrafe bewahrt habe. Der Strafrahmen für sexuellen Missbrauch liegt zwischen sechs Monaten und zehn Jahren. Der 38-Jährige solle die Zeit hinter Gitter nutzen, um mittels therapeutischer Angebote an sich zu arbeiten – dann könne er nach Ablauf der Haftzeit unter Umständen auch seine Kinder wiedersehen.

Die Mutter will sich derartigen Begegnungen nicht von vorneherein verschließen, wie sie vor Gericht sagte. Sie wollte nicht, dass ihre Kinder ganz ohne den Vater aufwachsen müssen. Die kleine Tochter fragt noch oft nach ihm. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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Christoph Frey

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