Vier Abgeordnete aus dem Landkreis Augsburg freuen sich auf ihre Teilnahme an der Bundespräsidentenwahl am Sonntag. Von Regine Kahl

Berliner Luft schnuppern – das hat nicht nur für Erwachsene einen großen Reiz. Auch der zwölfjährige Sohn von Simone Strohmayr freut sich auf einen Ausflug in die Hauptstadt am Wochenende. Ludwig darf seine Mutter in den Bundestag begleiten. Die SPD-Landtagsabgeordnete gehört zu den Mitgliedern der Bundesversammlung, die am Sonntag den Bundespräsidenten wählen. Aus dem Landkreis Augsburg sind noch drei weitere Wahlberechtigte dabei: Eduard Oswald, Max Strehle und Harald Güller.
Alle Mitglieder der Bundesversammlung haben eine Eintrittskarte für einen Angehörigen bekommen. Der Begleiter darf zwar nicht zur Wahl mit ins Plenum, kann aber draußen die Atmosphäre dieses historischen Ereignisses genießen. „So eine Bundesversammlung ist schon ein toller Aufmarsch“, weiß Simone Strohmayr, die vor zwei Jahren als Ersatzmitglied draußen vor der Tür auf einen Einsatz wartete. Dieses zehnstündige gespannte Ausharren bei großer Hitze wird sie nicht so schnell vergessen.



Die Strapazen dieses Wahlkrimis sind auch Max Strehle (CSU) in guter Erinnerung. Die Wahl hat sich bis in den Abend gezogen, der Empfang mit dem Essen schob sich daher immer mehr raus. „Als die Wahl vorbei war, bin ich ganz schnell in ein mir bekanntes Lokal an der Spree“, erzählt Strehle. Da steht die Wahl in diesem Jahr schon unter einem anderen Stern: Zum einen ist es nicht so heiß und zum anderen wird das Ergebnis erwartungsgemäß nicht knapp ausfallen. Für Strehle ist es heuer erst die zweite Bundesversammlung. „Ich habe auch 28 Jahre im Landtag warten müssen, bis ich drankam,“ tröstet er so manchen enttäuschten Parteikollegen, der keinen Zuschlag bekam.
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