Immer weniger Menschen erhalten Sozialhilfe vom Landkreis. Aktuell beziehen 797 Menschen Unterstützung vom örtlichen Träger, das sind exakt 100 weniger als im Jahr 2011. Die Ausgaben des Landkreises für diese Leistungen bleiben deshalb im ersten Quartal weit unter den Planungen für das Jahr. Grund dafür ist unter anderem die gute Konjunktur, sagt Herbert Richter vom Landratsamt. Auch die Ansiedlung von Amazon habe dazu beigetragen.
Die niedrigen Zahlen spiegeln die gute wirtschaftliche Situation des Landkreises wider. In den ländlichen Gemeinden gibt es nur wenige Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger, der Großteil wohnt in den Städten rund um Augsburg: Gersthofen, Neusäß, Stadtbergen und vor allem Königsbrunn.
Die Sozialhilfe ist in verschiedene Bereiche unterteilt, davon zahlt der örtliche Träger unter anderem die Ausgaben für die Hilfe zum Lebensunterhalt, die Grundsicherung im Alter oder die Hilfe zur Pflege. Für andere Bereiche wie die Eingliederungshilfe für behinderte Menschen kommt der Bezirk auf.
Richter nennt die Entwicklung „sehr zufriedenstellend“, gleichzeitig weist er aber auf ein anderes Problem hin: Während es zwar insgesamt immer weniger Sozialhilfeempfänger gibt, steigt im Landkreis die Zahl derer beständig an, die von Altersarmut betroffen sind. Menschen über 65 stellen die größte Gruppe unter den Sozialhilfeempfängern, aktuell sind es 701 von 797 Personen. Sie erhalten vom örtlichen Träger die Grundsicherung im Alter. Darunter fallen Personen, deren Rente nicht zum Leben ausreicht. Dieser Anstieg werde durch die gute Konjunktur nur ausgeglichen, sagt Richter, langfristig werde er sich stärker bemerkbar machen.
Auch wenn die Zahl der Menschen steigt, die unter Altersarmut leiden, geht es den Einwohnern des Landkreises Augsburg grundsätzlich außergewöhnlich gut – sowohl im Vergleich mit anderen Landkreisen als auch mit dem gesamten Freistaat. Der Landkreis Augsburg plant, heuer 2,9 Millionen Euro für die Sozialhilfe auszugeben; das wären 12,1 Euro pro Einwohner. Zum Vergleich: Durchschnittlich wurden im Jahr 2009 nach Angaben des bayerischen Arbeitsministeriums in den Landkreisen des Freistaats 17 Euro pro Einwohner aufgewendet, im bayernweiten Durchschnitt mit den Städten waren es sogar 36 Euro.