Donnerstag, 23. November 2017

02. Mai 2011 08:00 Uhr

Maitage

Wenn die Gitarrenriffs lauter sind als das Gewitter

Sieben Bands rocken beim Festival auf dem Marktplatz in Dinkelscherben. 450 Besucher tanzen, klatschen und trotzen dem Regen Von Michael Kalb

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Dinkelscherben 450 Fans kamen am Samstag zu den „Maitagen“, dem Rockfestival der „Jungen Kultur“ auf den zentralen Marktplatz nach Dinkelscherben. Sieben Bands hatte der Verein engagiert, um den Besuchern kräftig einzuheizen.

Doch wo am Nachmittag noch kräftig die Sonne schien, kamen fast pünktlich zu Beginn der Veranstaltung die ersten Regenwolken auf. Es folgte ein kräftiges Gewitter, weshalb der Besucherandrang zu Beginn sehr spärlich war. Doch die Junge Kultur, beständiger Pechvogel in Sachen Wetter, war bestens mit zahlreichen Regenpavillons vorbereitet. So konnten die Gäste im Trockenen den lustigen und kritischen Texten des „Songwriter-Stammtisches“ und des Münchner Liedermachers Weiherer lauschen. Die Künstler überzeugten mit kreativen Texten und ruhigeren Mitwipp-Melodien.

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Gitarrensolo auf dem Stehtisch

Im Anschluss machten die Jungs von Black Blitz dem schlechten Wetter Konkurrenz und ließen ihre Gitarrenriffs durch die Reischenau donnern. Mit schnörkellosem Hardrock und einer tollen Bühnenperformance begeisterten die drei Musiker ihr Publikum. Beispielsweise ließ es sich Gitarrist Thomas Bauer nicht nehmen, ein hervorragendes Gitarrensolo inmitten des Publikums und auf den Stehtischen zu spielen. Nach dieser Vorlage enterten Dienazzty die Bühne. Die fünf Rocker präsentierten sich im passenden Outfit und neigten mit nackten Oberkörpern, kreisender Whiskeyflasche und skurriler Show zu den ganz großen Gesten des Showbusiness. Musikalisch ließen sich Anklänge von den Ramones bis hin zu Kiss feststellen. In der Zwischenzeit hatte sich das schlechte Wetter wieder etwas verzogen und es kamen neue Gäste hinzu. Die nächste Band, Tante Rosa und die Erdbeerwoche, spielte bereits zum dritten Mal im Rahmen der Maitage. Die poppig angezogenen Musiker brachten das Publikum zum Tanzen und lautstarken Mitsingen, weibliche Groupies inklusive.

Die vier professionellen Musiker von Benzin aus Ulm präsentierten eine Auswahl ihrer besten Stücke und endeten mit ihrem größten Hit „Tijuana“, bei dem kurzerhand einige Fans einen Gastauftritt bekamen. Von Insidern bereits mit Spannung erwartet, betraten dann die Geggen Gaggas als letzte Band die Bühne.

Bunte Verkleidungen, chaotisches Auftreten und freche Ansagen zeichneten diese Band aus. Vom musikalischen Standpunkt gesehen, war die drei Satire-Punker meilenweit von den anderen Bands entfernt. Dennoch zogen die Geggen Gaggas mit regional-bekannten Hits wie „Die wo immer im Freibad ist“ oder „Der Gärtner“ das Publikum in ihren Bann.

Am Ende zeigten sich Gäste und Veranstalter trotz Regen sehr zufrieden über das friedliche und unterhaltsame Fest ohne Zwischenfälle. Letztlich tat jeder Besucher noch ein gutes Werk, denn statt Eintritt wurde für das Kinderheim in Baschenegg gespendet.

Bilder vom Maitage-Festival unter

www.jukudi.de

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