Donnerstag, 14. Dezember 2017

22. November 2017 00:31 Uhr

Wirtschaft

Wo Firmen noch Flächen finden

Immer mehr Unternehmen möchten sich im Augsburger Land ansiedeln oder vergrößern. Doch so langsam wird der Platz knapp

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Attraktiv ist das Gewerbegebiet im Zusmarshauser Ortsteil Wollbach vor allem durch seine Autobahnanbindung.

Blickt man auf die Wirtschaftsstandorte in ganz Europa, liegt der Landkreis Augsburg einfach ideal. Das sagt der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der IHK Schwaben, Peter Lintner. Das bestätigt auch der Wirtschaftsförderer im Landratsamt, Herwig Leiter. Die Nachfrage nach Gewerbegrundstücken sei groß, „in diesem Jahr hat sie sogar noch zugenommen“, bestätigt Leiter. Das Geheimnis des Landkreises: Er liegt direkt an der west-östlichen Autobahnachse von Karlsruhe nach Salzburg, die in ihrer Verlängerung nach Westen eine Verbindung nach Frankreich und Belgien darstellt und hinter Salzburg über Österreich nach Ost- und Südosteuropa führt, erklärt Lintner. „Wir haben hier ein starkes Wachstum und kaum Arbeitslose, eher einen Fachkräftemangel“, beschreibt er. Für ihn ist klar: Soll das so bleiben, ist weiterer Platz in der Fläche nötig. „Es gibt kein Wachstum ohne Fläche.“

Doch Platz für Gewerbe, den gibt es nicht unbegrenzt. Und nicht jeder Standort ist bei Unternehmen gleich beliebt. Nachgefragt werden vor allem Grundstücke entlang der überregionalen Verkehrswege A8 und B17. Schon ganz anders sieht das entlang der B300 in Richtung Westen aus.

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Dort gebe es schon aufgrund des wertvollen Schmuttertals nur geringe Entwicklungsmöglichkeiten, so Lintner. Um aber alle Gemeinden an der Entwicklung teilhaben zu können, müssten sich Kommunen auch helfen, sagt er. Ein Beispiel sei das Güterverkehrszentrum (GVZ) zwischen Neusäß, Gersthofen und Augsburg.

Und auch auf dem Lechfeld könnte so eine Zusammenarbeit bald klappen. „Wir planen ein 24 Hektar großes interkommunales Gewerbegebiet zusammen mit Kleinaitingen“, sagt Grabens Bürgermeister Andreas Scharf. Jeweils zwölf Hektar wollen die beiden Gemeinden einbringen. Dieses Gewerbegebiet soll gemeinsam vermarktet, finanziert und verkauft werden.

24 Hektar, diese Fläche wäre etwa doppelt so groß wie die Amazon-Lagerflächen in Graben. Und fehlt im Moment. „Anfragen über sieben oder acht Hektar können wir im Moment nicht beantworten“, so Herwig Leiter aus dem Landratsamt.

Auch wenn für die Ansiedlung von Gewerbe die einzelnen Kommunen zuständig sind, so hat das Landratsamt doch einen guten Überblick über freie Flächen. Sie werden jährlich bei den Gemeinden und Städten abgefragt. Aktuell liegt die größte freie Fläche im gesamten Landkreis demnach in Bobingen im Industriepark Werk Bobingen mit 80000 Quadratmetern.

Nicht nur die Lage entscheidet über die Vermarktungschancen eines Gewerbegebiets. Erst einmal muss die Fläche überhaupt zur Verfügung stehen. Der größte Konkurrent dabei ist die Landwirtschaft. „Landwirtschaftliche Flächen können heute kaum noch gekauft werden. Das funktioniert nur noch über Tausch“, beschreibt Herwig Leiter. Aber solch eine Tauschfläche muss die jeweilige Gemeinde erst einmal haben. „Der Landwirt macht das ja auch nicht umsonst, der will dann auch gerne ein Stück mehr haben“, weiß der Wirtschaftsförderer.

Hinzu kommt, dass für Gewerbe- und Industriegebiete Ausgleichflächen geschaffen werden müssen. Ein Beispiel: Bei der Ansiedlung des etwa 17 Hektar großen BMW-Logistikzentrums auf dem Lechfeld musste laut Kleinaitingens Bürgermeister Rupert Fiehl eine Gehölzpflanzung vorgenommen werden – auf einer Fläche von 1,5 Hektar.

Und dennoch lohne es sich, mehr Platz für Gewerbe im Landkreis anzubieten, sagt Peter Lintner von der IHK. Hier könnte von der Nähe zur Stadt Augsburg profitiert werden, die kaum noch Platz für die Ausweitung ihrer Wirtschaftsbetriebe habe. „Die übliche Verlagerungsdistanz ist aber nur etwa 20 Kilometer“, so Lintner.

Manchmal funktioniert das jedoch auch in die andere Richtung. Beispiel Erhardt und Leimer aus Leitershofen: Vor einigen Jahren wollte das weltweit führende Unternehmen für Sensoren, Regelungs- und Automatisierungstechnik in einem neuen Gewerbegebiet an der B300 erweitern. Doch dieses Vorhaben scheiterte in einem Bürgerentscheid. Stattdessen zog ein Teil der Firmengruppe in eine ehemalige Böwe-Systec-Halle in der Augsburger Rumplerstraße. Ganz wegziehen will die Firma aber nicht: Denn die guten Fachkräfte, von denen eine ganze Reihe in den westlichen Wäldern leben, wolle man nicht verlieren, so Unternehmenschef Michael Proeller. (mit mili, mcz)

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Ein Artikel von
Jana Tallevi

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Ressort: Lokalnachrichten Augsburg Land


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